Allfader - Black Blood Flux

Review

Wer im Fall von ALLFADER noch von einer Black Metal Band ausgeht, wird eine böse Überraschung erleben. Aber eigentlich ist seit ihrem Debütalbum „At Least We Die Together“ ohnehin klar, dass sich das norwegische Quartett seit der Unterschrift bei Osmose Productions eher im melodischen Death Metal Sektor beheimatet fühlt.

Einen Verlust macht man allerdings nicht, wenn man „Black Blood Flux“ links liegen lässt. Das klingt erstmal böse, wird aber durch die vorgetragenen acht Songs belegt. Zum Widerspruch rufen da nur ein paar wenige Parts auf und zwar solche, die ein wenig Abwechslung in die recht unspektakulären Songs bringen. Das sind aber nur ein paar Fünkchen in Form von eher traditionellen Heavy Metal Riffs wie z.B. in „Black Blood Part 1“, der dank seines gemächlichen Tempos und der kurzen Spielzeit ohnehin hervorsticht und zum einzigen wirklichen Hoffnungsschimmer der Platte mutiert. Ansonsten reiht sich AMON AMARTH-Riffing gemütlich an High-Speed-Tech-Death-Geknüppel und ermuntert vehement dazu, die Skip-Taste zu finden. Zwar bilden sich hier und da noch vereinzelte Momente heraus, wie im zweiten Teil von „Black Blood“ Teil, in dem ein wenig Spannung aufkommt. Doch wirken die Riffs ausgelutscht, das Songwriting einfallslos und die Produktion, gerade beim Schlagzeug, arg verunglückt. Zwar haben die Gitarren mächtig Dampf, aber die Drums klackern im Hintergrund relativ blass vor sich hin, obwohl sie den Songs das Tempo vorgeben und immer wieder in Geschwindigkeit davon rasen – schade.

Es bleibt bei ALLFADER leider immer noch das Problem, dass sie zu mehr in der Lage wären als sie eigentlich vorweisen. Trotz fünf Jahren seit dem Debüt scheint hier nicht auf vergangene Kritiken eingegangen zu sein, und dabei zeigt gerade „Black Blood Part 1“, dass sie es können, wenn sie wollen. So ist „Black Blood Flux“ zwar ganz in der Zeit entsprechend produziert (abseits des Schlagzeugs) aber inhaltlich nur ein laues Lüftchen am fernen Horizont.

21.02.2011

Chefredakteur

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