Andy Death Company - Darkland City Anthems

Review

Ein musikalischer Spagat für eine persönliche Entdeckungsreise. Selten laut – aber immer wortstark!

Totgesagte leben länger! Treffender könnte der Einstieg zur Wiederauferstehung der ANDY DEATH COMPANY kaum sein. Zehn Jahre nach dem letzten Lebenszeichen, sind die beiden Ausnahmetalente mit „Darkland City Anthems“ wieder da. Nein, nicht nur da, sondern eindrücklich zurück!

Was soll man nun über diesen 27-Track straken Klumpen vertonter Tristesse schreiben? Eigentlich nur – rein in den Player, Rotwein auf und Licht aus! Aber bleiben wir zunächst bei den Fakten: „Darkland City Anthems“ ist erst die zweite Geburt in der Geschichte der ANDY DEATH COMPANY. Dabei hat sich die Band neben brandneuen Songs, auch aus dem Repertoire des Erstlings „Darkland Tapes“ bedient. Es kommen also auch Nostalgiker und Fans der ersten Stunde auf ihre Kosten. Die Doppel-CD ist wunderschön aufgemacht und kommt mit einem düster gehaltenen Booklet daher.

Nun aber zurück zum Wesentlichen, der Musik der beiden beiden Protagonisten Michelle Darkness und Andy Death. Wer die beiden kennt, oder bereits live erleben durfte, weiss um die phasenweise Wortkargheit neben den Bühnenbrettern. „Darkland City Anthems“ ist eine Reduktion einer immer schneller drehenden Welt, voller Unachtsamkeit, verlorener Hoffnung, allgegenwärtiger Zweifel und Zerrissenheit. Jeder mag beim beim Hören und Lesen der Lyrics für sich ein Interpretation finden. Vielmehr sind die „Darkland City Anthems“ ein Katalysator auf dem Weg sich selbst zu finden.

Insbesondere Michelle Darkness wandert stimmlich auf ganz breiten Pfaden. Über 27 Songs verteilt, schafft der Ausnahmesänger stimmliche Anschläge, ohne dabei jemals fremd zu klingen. Ihr Übrigens tun dabei Kirk Kerker und Andy Death, die einen facettenreichen Gitarrenteppich um Darkness‘ Stimme flechten. Gewisse Reminiszenzen an die großen THE CURE lassen sich dabei kaum leugnen.

Songs hervorheben zu wollen, wäre nicht passend. Zu vielschichtig erstreckt sich das dargebotene Material. „Darkland City Anthems“ ist radiotauglich wie unkommerziell zugleich. Ein musikalischer Spagat für eine persönliche Entdeckungsreise. Selten laut – aber immer wortstark! Ganz sicher eine Scheibe für die anstehende graue Jahreszeit und darüber hinaus.

Die Alben ist über folgende Wege zu beziehen und Pflicht im gut sortierten Plattenschrank.

value-merch.de
andydeath.com

23.10.2016
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