Angelspit - Hideous And Perfect

Review

Wenn man einen tiefen Seufzer der Erleichterung loslässt, nachdem die letzten Klänge eines Albums ertönt sind und wenn man die vergangenen knapp 45 Minuten als schmerzvolle Leidenszeit betrachtet, ist dies in der Regel kein Kompliment für ein Album.

Leider treffen diese Empfindungen auf das neueste Album „Hideous And Dangerous“ von ANGELSPIT zu – eine Band, die speziell in der amerikanischen Industrial-/Elektroszene zwar ziemlich angesagt ist, für meine Ohren allerdings die reinste Folter ist. ANGELSPIT stehen für einen Sound, der experimentell, verrückt, unkoordiniert und verwirrend ist. Harmonie, Melodik und halbwegs nachvollziehbare Songstrukturen sind Fremdwörter für das australische Duo, das Cyberpunk, Industrial, Elektro und Gothic zu einem verstörenden und lauten Gesamtgebilde verschmelzen lässt. Scheppe Industrial-Gitarren, wild zappelnde Beats, Sounds & Samples sowie jaulend-schräge weibliche Vocals, die mit ihrem monotonen und görenhaften Sprechgesang an Bands wie AYRIA oder CRISK erinnern, setzen dem Ganzen dann die Krone auf. Anarchisch und konsequent gehen ANGELSPIT in dieser Manier ihren Weg und lassen dem Hörer dabei weder Zeit noch Raum für entlastende Momente.

„Hideous And Perfect“ mag zwar ein durchaus intensives und komplexes Album sein, vielleicht schlummert für manch einen hier auch ein Meisterwerk des modernen Industrials des 21. Jahrhunderts – für mich ist die Scheibe einfach nur unfassbar anstrengend, völlig überdreht und oft nicht mehr als nervtötender & unerträglicher Lärm, der den Ohren weh tut. Anhänger von Bands wie KMFDM, SKINNY PUPPY oder eben AYRIA und ZOMBIE NATION dürften am Ehesten noch was mit „Hideous And Perfect“ anfangen können und mögen mir verzeihen, wenn mir die eventuelle Genialität dieses Albums entgangen sein sollte…

16.10.2009
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