Angus McSix - Angus McSix And The All-Seeing Astral Eye

Review

Aus Raider wurde Twix, und aus Angus wurde Adam McSix. Den Bandnamen haben ANGUS MCSIX zwar nicht geändert, doch Frontmann und Namensgeber Thomas Winkler legt das Mikrofon nieder, um sich auf sein Privatleben zu konzentrieren. Angus’ fiktionaler Bruder Adam übernimmt. Dahinter steckt Sam Nyman, der sonst bei MANIMAL singt. Ebenfalls neu dabei sind Ork Zero (Gerit Lamm von CATALYST CRIME) und The Dwarf (Jasmin Pabst, ehemals bei ALL FOR METAL). Songwriter Seebulon alias Seeb Levermann von ORDEN OGAN bleibt an Bord, sodass sich an der musikalischen Ausrichtung nichts geändert hat.

ANGUS MCSIX gehen auf ihren nächsten Quest

Den Sängerwechsel verpackt die Band geschickt: Angus McSix wird vom bösen Zauberer Seebulon gefangen und eingefroren, weshalb sein Bruder Adam ihn retten muss. Die übrigen Bandmitglieder treten ebenfalls in der abgedrehten Fantasystory der Platte auf und auch die Musikvideos sind in voller Kostümierung gedreht.

Durch den Wegfall von Winklers Stimme entfernt sich „Angus McSix And The All-Seeing Astral Eye“ ein Stück von seinen GLORYHAMMER-Wurzeln. Zudem schlagen viele Songs eine elektronisch geprägte Power-Metal-Richtung ein, statt orchestralen Bombast zu nutzen.

„Star Wars“ goes Power Metal

Trotz der vielen elektronischen Elemente ist das Metal-Fundament deutlicher zu hören als beim Vorgänger, der mit Songs wie „Laser-Shooting Dinosaur“ gern übers Ziel hinausschoss – auch wenn solche Lieder nachmittags auf Festivals zünden.

Im Opener „6666“ singt Winkler noch kurz mit, um die Story einzuleiten. „Dig Down“ ist passend zum VAN-CANTO-Feature eine Art Power-Metal-Musical, und selbst „Techno Men“ ist deutlich weniger unerquicklich, als der Name vermuten lässt. Stattdessen verpassen TURMION KÄTILÖT dem Track eine coole Industrial-Schlagseite. Das anschließende „Ork Zero“ ist die Nummer, die mit ihren Techno-Elementen übers Ziel hinausschießt. Am Ende steht mit „The Power Of Metal“ ein erstklassiger Power-Metal-Song, der viele Anleihen bei bekannten Liedern nimmt und gemeinsam mit FREEDOM CALL eine komplette Käseplatte serviert.

„Angus McSix And The All-Seeing Astral Eye“ ist vertonte, überdrehte Fantasy

Wer ein Problem mit Keyboards, cheesigen Sounds und Hang zur Übertreibung hat, wird mit dem zweiten ANGUS-MCSIX-Longplayer wenig anfangen können. Alle anderen erfreuen sich am quietschbunten Trip durch die Space-Fantasy-Galaxie auf Adam McSix’ Suche nach seinem Bruder. Hoffentlich findet er ihn, damit die Band künftig mit einer Doppelspitze am Gesang weitermachen kann. Bis dahin rangiert das Album knapp vor seinem Vorgänger.

06.03.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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