Anima - The Daily Grind

Review

In der letzten Zeit dürfte sich im Musikerleben der jungen Truppe aus Thüringen einiges geändert haben. “The Daily Grind“ sollte ursprünglich eine MCD nach deren Debütalbum darstellen – als Metal Blade jedoch Interesse an der Band bekundete, warf man sämtliche Vorhaben kurzerhand über den Haufen und setzte sich noch eine Weile auf den Hosenboden, um gleich ein Album aus den bisherigen Ideen zu formen. Der fertige Silberling liegt jetzt vor mir und ich kann bereits soviel verraten, dass ANIMA doch mehr als nur einen Achtungserfolg verdient haben, obgleich noch längst nicht alles perfekt ist.

Ich muss zugeben, dass mich die gesamte Diskussion um die Qualität bzw. Nichtqualität erstaunlich junger Bands, angeregt durch den rasenden Aufstieg von HACKNEYED, ziemlich geschlaucht hat, insbesondere da bei der ganzen Sache immer wieder die technischen Fähigkeiten der einzelnen Musiker fokussiert wurden. Heutzutage beherrschen haufenweise Leute ihre Instrumente im Tiefschlaf, sodass die Besonderheit, nach der es Ausschau zu halten gilt, darin liegen sollte, intelligente Songs zu schreiben, die die technischen Fähigkeiten der Musiker betonen. Genau mit diesem Punkt haben ANIMA noch so ihre Probleme.

Deathcore im Stile von WHITECHAPEL oder JOB FOR A COWBOY trifft den stilistischen Aspekt des Fünfers schon ganz gut, wobei sich die einzelnen Songs allerdings extrem ähneln. Unterschiede stellen im seltensten Fall verschiedene Hooklines dar, sondern viel eher wird hier die Midtempo-Walze ausgepackt und dort verwüstende Breakdowns gefahren. Das reicht in meinen Augen aber nicht um die Stücke ausreichend voneinander zu differenzieren und somit ein vielschichtiges Album zu entwerfen. So entsteht viel zu oft belanglos erscheinendes und bereits viel zu oft gehörtes Deathcore-Gehämmere – schnelles Riffing kontrastiert sich mit heftigen Breakdowns und Schreigesang duelliert sich mit tiefem Geröhre.

Nur selten lassen sich mal refrainähnliche Strukturen vernehmen oder erwähnenswerte Umschwünge begutachten, was das Ganze für den Hörer insgesamt einfach zu uninteressant macht. Die Band ist jung und ich bin überzeugt, sie werden aus den Fehlern lernen und, im besten Fall, schon beim nächsten Mal mehr in anregende Kompositionen investieren, zumal das hier aufgebotene Material durchweg nicht schlecht ist. Dann könnte durchaus mehr aus ANIMA werden, denn der Hund liegt zweifellos im Songwriting begraben.

25.08.2008
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