Archspire - All Shall Align

Review

So kann’s gehen: Gerade mal 2010 gegründet veröffentlichen die fünf Kanadier von ARCHSPIRE jetzt schon ihr erstes Full-Length-Album via Trendkill, ohne sich vorher die Mühe gemacht zu haben, eine Demo aufzunehmen und unter’s Volk zu mischen (zumindest nicht, dass Google was dazu ausspucken würde). Schnell soll es also im Hause ARCHSPIRE gehen, nicht nur musikalisch, sondern auch in Sachen Bekanntheit.

Das Problem daran ist natürlich nur, dass, wer hätte es geahnt, dabei die Erfahrung flöten geht, die andere Bands auf ihrem Weg zu einem eigenständigen, ausgereiften Sound machen: Trotz der Tatsache, dass bei ARCHSPIRE definitiv mindestens vier richtig gute Instrumentalisten am Werk sind, kommt unter dem Strich nichts wirklich Greifbares, nichts mit allzu viel Substanz heraus. Mit anderen Worten: „All Shall Align“, so der Titel des ARCHSPIRE-Debüts, hat keinen wirklich auffälligen Charakter, es hört sich an, wie sich Alben von modernen, jungen Tech-Death-Bands (mit ’ner gut hörbaren Brutal-Death-Schlagseite) eben anhören. Ein Sänger, der schnell und oft zwischen Screams und Growls hin- und herwechselt, dazu ganz viel Gitarrengewichse und ein wirklich hervorragender Drummer (löblicherweise ohne stark in der Vordergrund getriggertes Schlagzeug, welches ja bei anderen jungen Bands dieses Genres unglaublich beliebt ist – so hebt sich „All Shall Align“ wenigstens soundtechnisch ein wenig von der Masse ab).

Wie gesagt, technisch ist das alles ganz hervorragend. Daumen hoch für das instrumentale Können der Musiker. Nur bleibt halt nicht wirklich was im Ohr hängen, weil das, was ARCHSPIRE machen, eben schon zu oft gemacht wurde. Vielleicht entwickeln ARCHSPIRE ja im Laufe der Jahre und der kommenden Veröffentlichungen noch einen eigenständigeren Stil. Zu wünschen wäre es, denn die Jungs sind (ich weiß, ich wiederhole mich) technisch echt gute Musiker. Bis dahin gibt’s von mir aber „nur“ fünf Punkte für krasse Fingerfertigkeit und die Tatsache, dass ARCHSPIRE eigentlich nichts schlecht machen – nur eben auch nichts, was aus der Masse der anderen Veröffentlichungen hervorragt.

Und nun ab in den Proberaum und auf die Bühne, zusammen zocken, so oft es nur geht, damit sich das Ganze entwickelt!

04.05.2011
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