Arx Atrata - The Path Untravelled

Review

Das Atmospheric Black Metal-Projekt ARX ATRATA meldet sich nach drei Jahren mit dem dritten Release zurück. Schon das letzte Album „Spiritus In Terra“ konnte überzeugen und auch in diesem Jahr gibt es ein eigenproduziertes Album mit sieben Tracks von Sänger und Instrumentalist Ben Sizer auf die Ohren.

ARX ATRATA – Bei der Eigenproduktion nicht geträumt

„The Path Untravelled“ schlägt wie erwartet ein eher langsames Tempo an und kann sich in punkto Atmosphäre bereits mit den ganz großen Bands des Genres wie COLDWORLD messen. Wird das Intro noch von zwei akustischen Gitarren angestimmt, zeigt der Rest des Albums doch sehr schnell auf, in welche Richtung es geht: Leadgitarre in hervorragender Symbiose mit lauten Synth-Pads schaffen verträumte Bilder, Gitarrenwände und genretypische Vocals rücken die Atmosphäre in das gewünschte, düstere Licht.

Leider gibt es kaum bzw. zu wenige Momente auf dem Album, in denen mal keine Keys zu hören sind, auch wenn die verträumten und melancholischen Melodien, die Ben Sizer eingebaut hat, schnell Gefallen finden. ARX ATRATA punkten zwar mit perfekt ausgetüftelten Reverbs und Delays (sowohl in Gitarre, als auch in Synths), jedoch scheint man hier relativ lange bei einem Soundergebnis zu bleiben. Etwas mehr Vielfältigkeit würde die Luft nach oben füllen, die Songs wie „An Undying Verse“ oder „To Be Reborn“ mit sich bringen.

Trotz den insgesamt eher langsameren Songs wird auch auf einzelne Doublebass-Passagen nicht verzichtet, welche die vermisste Abwechslung mit sich bringen und einzelne Parts der Tracks schön im Kontrast zu den Ambient-Passagen hervorheben. Die einzelnen Songs lassen dadurch trotz kontinuierlich eingesetzter Wiederholungen insgesamt eher wenig den Wunsch aufkommen, einen Song zu skippen, was aber nicht zuletzt an den kurzen disharmonischen Momenten in den Riffs liegt, die den Hörer doch gleich noch einmal genauer hinhören lassen.

„The Path Untravelled“ – Untypische Stimmung für Black Metal

Was dieses Album von anderen desselben Genres abhebt, ist die Stimmung die mitschwingt. Wo sonst eher Melancholie, Verzweiflung und Depression injiziert werden, wirkt „The Path Untravelled“ einfach verträumt, fast schon verspielt. Wer mit dem Sound und den Charakteristiken des dritten Albums von ARX ATRATA warm werden kann, wird sich vermutlich lange an dem Werk begeistern können. Ob die Band ihr Potenzial weiter ausschöpfen wird, bleibt allerdings noch abzuwarten.

(Review von Daniel Pressert)

20.11.2019
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