AtomA - Skylight

Review

Wem sind SLUMBER noch bekannt? Aus genau dieser verblichenen, schwedischen Doom-Band gingen ATOMA auf. Nach diversen Besetzungswechseln spielen nun sogar alle SLUMBER-Leute auch bei ATOMA mit und trotzdem segeln die Jungs hier mit anderem Wind. Nix mit Doom und Death sondern mit apokalyptischen, modernen Metal-Klängen, angereichert durch diverse Electronics und Klängen aus dem nahen Osten. Klingt abgefahren? Ist es irgendwie auch!

Zunächst muss ich festhalten, dass ATOMA absolut atmosphärisch agieren und dieser Aspekt auch das Hauptaugen- bzw. Hauptohrenmerk ihrer Musik darstellt. Mit großflächigen Keyboards (über Pads hin zu dominierenden Melodien) zelebrieren die Schweden ein wahrhaftes Feuerwerk an Emotionen und detaillierter Leidenschaft. Selbst, wenn manche Parts durch ihre Keyboard-Lastigkeit sogar ein wenig kitschig klingen, kann ich nicht behaupten, dass „Skylight“ schwach ist. Das Gegenteil trifft sogar zu. Die Songs sind stark, punkten durch ihre wirklich fantastischen Instrumentalparts und durch klaren, mit viel warmen Hall unterlegten Gesang. Hier und da blitzen sogar Grunts durch und erweitern somit den Horizont des Albums. Abwechslungsreichtum in der Instrumentierung wird ebenso groß geschrieben wie deren versierte Nutzung. Einziges Manko ist, wenn überhaupt, dass die Trefferquote der Refrains, bzw. prägnanten Gesangspassagen etwas größer sein könnte. ATOMA hauen gleich zu Beginn mit „Skylight“ ein wahres Fest an Stimmung raus, den der Rest des Albums musikalisch zwar locker, gesangstechnisch (in Bezug auf die Melodien und der Griffigkeit) jedoch gerade mal so halten kann.

ATOMA sind heavy, verspielt, melancholisch, episch, wie ein Endzeitszenario, allerdings mit viel Hoffnung und Wohlwollen im Sound. Die Vermischung aus harten Gitarren, Keyboardsounds der alten Schule, gezieltem Einsatz von Gesang und ausschweifendem Songwriting zeugt von großem Können und viel Feingefühl für unterschiedliche Arten Musik. ATOMA überzeugen nicht nur mit ihren Metal-lastigen Anteilen, sondern auch mit ihren leicht technoiden Electronic-Sequenzen, die hier und da sogar sehr chillig („Solaris“) rüberkommen und durchaus auch bei Space Night (kennt das noch jemand?) hätten laufen können.

„Skylight“ ist ein Album, dem man definitiv mehr als nur einen Durchlauf gönnen muss, da der erste Eindruck durch die Vielfalt an Klängen, Sounds und Stilen schnell abschreckend wirken kann. Ich bin jedenfalls äußerst positiv überrascht und behaupte, wenn die Jungs diesen Stil weiter verfolgen und verfeinern, dass da etwas ganz großes am Horizont aufblitzen könnte.

21.05.2012
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