Böwlrider - Big Röck Möuntain Highs

Review

Zugegeben, ich habe noch nie ganz verstanden, warum MOTÖRHEAD das „ö“ in den Bandnamen eingebaut haben, obwohl doch in der englischen Sprache dieser Buchstabe nicht vorkommt. Jemand erklärte mir einmal, dass das „ö“ einfach „deutsch“ und damit „böse“ klingt. Nun gut, aber warum imitieren jetzt plötzlich alle möglichen Rockbands dieses böse „ö“? Hat etwa der sächsische Dialekt in die Rockersprache Einzug gehalten? Wollen wir’s nicht höffen… äh, hoffen!

Nun, bei den Briten von BÖWLRIDER ist Boshaftigkeit definitiv fehl am Platz. Eine nördliche Ansicht vom Matterhorn prangt auf dem Cover, ein paar Edelweiß wurden dazugezeichnet und es wird deutlich, dass die Band eindeutig eher auf schönen Spass als auf bösen Ärger aus ist. Nun ist das aber mit dem Spass so eine Sache. Das kann entweder funktionieren, dann spendet das Album eine Zeit lang höchst unterhaltsame Minuten, wäscht sich dann aber eventuell nach und nach aus, oder es wirkt von Anfang an mörderisch nervig und überzogen.

Bei BÖWLRIDER greift die dritte Variante: zum Lachen bringt einen die Scheibe bei direktem Zuhören nicht, aber im Hintergrund laufend sorgt sie tatsächlich für ziemlich gute Laune. Die Songs sind alle nach dem typischen Rock’n’Roll-Schema geschrieben, weisen weder im positiven noch im negativen Sinn Besonderheiten auf und klingen zwar locker und groovig, mit der Zeit aber ein wenig eintönig. Hohe Höhen wie die des Matterhorns erreicht daher auch die Wertung nicht. Für die gepflegtere Rock’n’Roll-Dröhnung sind MOTÖRHEAD immer noch die erste Wahl.
Mann, wieviele „ö“s waren das jetzt?

14.09.2008
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