Ba'al - The Fine Line Between Heaven And Here
Review
Die Geschichte von Sheffield ist eine Erzählung aus Stahl, Ruß und Neuanfang und dass BA’AL aus genau dieser Kulisse stammen, hört man ihrem zweiten Album in jeder Sekunde an. Der Albumtitel „The Fine Line Between Heaven And Here“ ist daher kein bloßes Genre-Statement, sondern ein Ausdruck innerer Zerrissenheit zwischen Schönheit und Verfall. Die Band verbindet schwarzmetallischen Post Metal, Sludge und Doom zu einer Klanglandschaft, welche in gleichen Teilen erdrückt wie erhebt..
Ba’al – Zwischen Innerlichkeit und Zerstörung
Der Opener „Mother’s Concrete Womb“ ist eine Welt für sich. Zarte Pianoakzente und flirrende Gitarren strahlen zunächst Ruhe aus, bevor die Atmosphäre von monumentaler Wucht zerschlagen wird. Schreie und Growls türmen sich über hypnotischem Riffing auf, nur um im nächsten Moment in fast elegische Melancholie zu kippen. Diese ständige Bewegung zwischen Brutalität und Zerbrechlichkeit zieht sich durch das ganze Album und wirkt wie ein ein nervöses Pendel, das nie zur Ruhe kommt. „Waxwork Gorgon“ verbindet industrialartig grollende Düsternis mit einer feinen, fast folkigen Zwischenschicht, während „Floral Cairn“ BA’AL von ihrer dynamischsten Seite zeigt: kraftvoll, vom präzisem Schlagzeug angetrieben und mit einem grandiosen Wechselspiel aus harschem Black Metal und einer gelungenen Spoken-Word-Passage. Der Gesang von Joe Stamps, welcher ohnehin wie das emotionale Zentrum des Albums wirkt, reicht dabei von flüsternder Resignation bis zu durchdringender Verzweiflung.
„Well of Sorrows“ steigert die Tragik zu einem fast kathartischen Höhepunkt. Hier treffen mächtige Riffs auf zarte Melodielinien, schwere doomige Epic auf schimmernden Blackgaze und erschaffen eine Klangwelt, die weh tut, weil sie so ehrlich wirkt. Und dann „The Ocean That Fills a Wound“: dreizehn Minuten, die wie ein Lebenszyklus wirken. Aus stiller Schönheit wächst eine Flut aus Noise, Tremolo und orchestraler Größe, deren emotionale Tiefe schlicht überwältigend ist. Der Abschluss „Legasov“ knüpft alle losen Fäden zusammen. Ein letztes Aufbäumen, ein letzter Sturm und dann Stille. BA’AL entlassen den Hörer erschöpft, aber bereichert.
Der schmale Grat zwischen Himmel und Hölle
„The Fine Line Between Heaven And Here“ ist ein Album über Gegensätze: über das Chaos und die Klarheit, über Wut und Anmut, über Himmel und Hölle und die feine Linie, die beide trennt. BA’AL haben sie gefunden.
Ba'al - The Fine Line Between Heaven And Here
| Band | |
|---|---|
| Wertung | |
| User-Wertung | |
| Stile | Post-Metal, Sludge |
| Anzahl Songs | 6 |
| Spieldauer | 62:09 |
| Release | 18.07.2025 |
| Label | Road To Masochist Records |
| Trackliste | 01. Mother's Concrete Womb 02. Waxwork Gorgon 03. Floral Cairn 04. Well Of Sorrows 05. The Ocean That Fills A Wound 06. Legasov |
