Beardfish - Sleeping In Traffic: Part One

Review

Auch wenn der Name BEARDFISH auf den ersten Blick vielleicht den Eindruck vermittelt, es handle sich um ein Projekt aus dem SPOCK’S-BEARD-Umfeld, ist dies nicht der Fall.
Die Schweden verschreiben sich eindeutig dem Retro Prog Rock und gehen deutlich entspannter zu Werke als ihre ebenfalls bärtigen Kollegen. Nach ihren beiden Alben „Fran En Plats Du Ej Kan Se…“ (2003) und „The Sane Day“ (2006), die bereits im Underground einiges an Aufsehen erregen konnten, bringen BEARDFISH nun über die Prog-Klangwerkstatt Inside Out Music ihr neues Album „Sleeping In Traffic: Part One“ unter die Leute.

Geboten wird herrlich auf alt getrimmter Progressive Rock, der mit genialen Orgel-Sounds, verspielten Arrangements und etlichen Folkanleihen ziemlich schnell Eindruck schindet. Ich möchte nicht übertreiben, aber einen derart wundervoll ausgeloteten Old-School-Sound habe ich zuletzt auf den alten GENESIS-Alben wahrgenommen. BEARDFISH erzählen kleine musikalische Geschichten, die ideenreich und klug konzipiert sind. Neben GENESIS zu Peter Gabriel-Zeiten sollten als hörbarer Einfluss noch KING CRIMSON, eine kleine Prise SUPERTRAMP und CAMEL, sowie etwas GENTE GIANT und FRANK ZAPPA erwähnt werden, wobei die letzten Beiden in der Musik BEARDFISHs eher am Rande einzustufen sind.
Diese Band macht nicht den Fehler, die alte Garde stumpf zu kopieren oder auf eigene Weise nachzuäffen. BEARDFISH sind eindeutig sie selbst und bedienen sich lediglich in der Machart ihrer Musik in den 70er Jahren.

„Sleeping In Traffic: Part One“ ist das, was ich reinen Progressive Rock der alten Schule nenne. Hier gibt es nicht den Hauch einer neumodisch kalten Produktion, keine unnatürlich wirkenden Sounds oder sterile Arrangements, beziehungsweise kaltes Songwriting. Die Musik von BEARDFISH lebt und dürfte nicht nur den alten Hasen unter der immer noch hell lodernden Prog-Sonne das eine oder andere Tränchen der Erinnerung in die Augen treiben.

Der zweite Teil dieses klasse Albums ist angeblich schon in Arbeit und wenn es der Band gelingen sollte, die Gesangspassagen noch etwas interessanter und fesselnder zu gestalten, prophezeie ich BEARDFISH großes in der progressiven Szene.

20.05.2007
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