Belligerence - Liturgies Of The Vile Ones

Review

Die Berliner Underground-Death-Metal-Szene pulsiert und mit „Liturgies Of The Vile Ones”, der zweiten EP von BELLIGERENCE, gibt es erneut ein echtes Highlight, das der Szene frischen Aufwind verschafft. Die Band ist seit etwa vier Jahren aktiv und konnte bereits mit einer digital veröffentlichten Demo und EP auf sich aufmerksam machen.

Niedertracht par excellence

Mit „Liturgies Of The Vile Ones” geht es nun über das deutsche Underground-Label Lycantrophic Chants in allen Formaten final in die Plattenregale der Fans. Die EP wartet mit insgesamt fünf Tracks auf und stellt eine deutliche Steigerung zum Vorgänger „Eschaton Foretold” dar. Bereits der Opener und die erste Single-Auskopplung „Self-Mutilation Abjured” zeigt eine motivierte, spielfreudige junge Band, die Einflüsse von alten MORBID ANGEL, BEHEMOTH oder VADER authentisch mit eigener Note in die Neuzeit überträgt.

Bei aller Geschwindigkeit und technischen Finesse zeigen BELLIGERENCE ein gutes Gespür für die notwendige Eingängigkeit und coole Breaks. Sie sind darum bemüht, weder Riffs noch Spieltechniken bis aufs Extremste auszuloten und auszubluten, und finden sowohl bei der Länge der Riffs als auch bei den Wechseln stets einen guten Mittelweg, der Bangbarkeit und Abwechslungsreichtum garantiert.

Bei den insgesamt fünf Songs stechen vor allem „The Travesty” mit ansprechenden Flageoletts und coolen Breaks sowie der abschließende Titeltrack, der mit einem seichten Intro startet und dann noch einmal das volle Spektrum ihres musikalischen Könnens demonstriert – von klassischen Midtempo-Leadparts bis hin zu fetten Blastbeat-Infernos.

Spannend, musikalisch ausgewogen und brachial.

Mit dieser reifen und brutalen zweiten EP liefern BELLIGERENCE klassischen US-Death-Metal im Stil mit düsteren Black-Metal-Elementen ab. Trotz ihres jungen Alters klingt die Band tight ohne Ende. Besonders der Titeltrack zeigt ein nachhaltiges Gespür für Groove, Atmosphäre und Härte. Wer meint, dass die Youngsters von heute nur noch kiffen und kein Gespür für richtig guten Death Metal haben, sollte sich jetzt eines Besseren belehren lassen und die Band unbedingt unterstützen. Bitte dann bald das erste Album nachreichen.

25.05.2026

- perfection is the end of everything -

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