Blaze Of Perdition - Near Death Revelations

Review

Im November 2013 saß der Schock tief, BLAZE OF PERDITION verunglückten mit ihrem Van auf dem Weg zu einem Gig in Österreich. Bassist 23 (R.I.P.) überlebte den Unfall nicht. Verständlicherweise lag die Zukunft der aufstrebenden Polen im Ungewissen, doch die Band beschloss weiter zu machen und nun mit ihrem dritten Album „Near Death Revelations“ die Vergangenheit aufzuarbeiten.

Unter diesen Gesichtspunkten ist das Geschehen rund um das Album bzw. das, was auf dieses Album eingewirkt hat, sicherlich ein essentieller Bestandteil der Kraft, die „Near Death Revelations“ ausstrahlt. BLAZE OF PERDITION haben die Intensität ihres Materials noch mal um einiges gesteigert und wo früher einzelne Songs herausgestochen sind, ist es heute über die gesamte Spielzeit ein einziger hypnotischer Sog.

Natürlich sind die komplexen Arrangements weiter ein Merkmal, das BLAZE OF PERDITION auszeichnet, aber im Vergleich zu den Vorgängerwerken ist keine Eingewöhnungszeit nötig. Im Gegenteil, „Near Death Revelations“ zündet umgehend, steigert sich sogar langfristig über unzählige Hördurchgänge immer weiter. Geschickte Tempo-Variationen, von schleichend bis stürmisch, und bedrohliche Leadgitarren sowie Vocals, die pure Leidenschaft verkörpern. Gerade im Gesang manifestiert sich neben den packenden Leads die Ausdrucksstärke des Albums – von gesprochenen Passagen über herausgepresst bis hin zu sich immer wiederholendem Geflüster und Gemurmel, alles findet seinen Raum und alles passt zu der jeweiligen Stimmung innerhalb der Songs,

BLAZE OF PERDITION haben im Vergleich zum Vorgänger „The Hierophant“ in allen Belangen mächtig zugelegt und „Near Death Revelations“ zeigt die Band an einem Punkt, an dem das Wort „beeindruckend“ ziemlich leicht über die Lippen kommt. Das Drittwerk besticht durch alles, was die polnische Szene in den letzten Jahren zu einer der spannendsten gemacht hat. Fantastisches Songwriting, eine gewisse Melodik, ein Gespür dafür mit Tönen undurchdringliche Finsternis zu erschaffen und vor allem – es ist vollauf einnehmend. Der druckvolle Sound ist schlussendlich der letzte Schritt zu einem machtvollen Werk.

23.06.2015

Chefredakteur

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