Blaze Of Sorrow - Absentia

Review

Mit „Absentia“ veröffentlichen die erst 2007 gegründeten BLAZE OF SORROW, drei Jahre nach „Astri“, ihr bereits sechstes Album. Ganz schön produktiv, die italienischen Folk-Schwarzmetaller! Leidet darunter die Qualität?

„Absentia“ von BLAZE OF SORROW

„Absentia“ ist Latein und bedeutet Abwesenheit. Aber weder trifft dieser Titel auf die Abwesenheit von BLAZE OF SORROW zu, zumal mit dem neuen Gitarristen A.S. und Bassist V. zwei weitere Mitglieder die Truppe aus der Lombardei verstärken, noch auf das Fehlen an Qualität des Werkes, so viel gleich vorneweg. Die grundlegende stilistische Ausrichtung, düsterer, melancholischer Black Metal mit vielen Folk-Elementen, ist gleichgeblieben, wobei die Bandbreite dieses Mal ein etwas weiteres Spektrum abdeckt. BLAZE OF SORROW setzen auf Abwechslung und viel Emotionalität. Abwechslung, indem bei „Absentia“ auf viele verschieden Stilmittel zurückgegriffen wird: sanfte, gefühlvolle Gitarrenklänge, garstig-eisige Riffs, verspielte und dennoch einprägsame Leads, schwermfällig doomiges, verschiedene Rhythmen bis zu stürmischen Blast Beats, harsche Screams, kräftige Growls, Männerchöre, Akustikpassagen, all das sorgt im Zusammenspiel für viel Dynamik. Und Emotionalität, indem die Stilmittel leidenschaftlich und harmonisch eingesetzt und kombiniert werden, wodurch sich eine dichte Atmosphäre bildet, irgendwo zwischen angenehmer Schwere, harscher Wut, bittersüßer Wehmut und einem leichten Schimmer von Hoffnung, der Spannungsbogen wird gehalten. Bei aller Vielschichtigkeit gelingt es BLAZE OF SORROW dabei, die Übergänge stimmig zu gestalten, die Brüche nicht zu harsch und abrupt. Hervorzuheben sind insbesondere „Sonno d’eterno“ und „Notturna“, diese beiden Songs sind mit Abstand die stärksten auf „Absentia“ und glänzen mit Atmosphäre, tollen Akustikklängen, leidenschaftlichen Soli und wunderbaren Riffs. Überhaupt ist das verspielte Gitarrenspiel auf dem Album sehr motiviert und nach vorne strebend, aber leider nicht immer perfekt, so spielen die Gitarren bspw. in „Cupio Dissolvi“ nicht immer absolut tight zusammen. Der Sound ist ausgewogen und transparent.

Fazit

Nicht jeder Song auf „Absentia“ zündet zu 100%,  aber insgesamt ist es doch ein gutes Album, das auf jeden Fall offene Ohren erfordert. Genrefans sollten es riskieren!

20.04.2020

Geschäftsführender Redakteur (stellv. Redaktionsleitung, News-Planung)

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