Blood Of The Black Owl - A Banishing Ritual

Review

BLOOD OF THE BLACK OWL gründeten sich 2004 in Seattle, USA, und haben sich ritualistischen Klängen verschrieben. Bislang haben sie zwei Alben und zusammen mit CELESTIIAL eine Split veröffentlicht, auf denen sie ihre bemerkenswerte Musik zelebrieren – Musik die sich fernab leichter Konsumierbarkeit bewegt und nur funktioniert, wenn sich der Hörer darauf einlässt. Und nüchtern betrachtet ist ihre neueste CD „A Banishing Ritual“ erst einmal ein Album, das aus einem einzigen Track besteht (der sich wiederum in vier Kapitel unterteilen lässt) und kaum Elemente herkömmlicher Musik enthält. Wer also von Musik erwartet, dass sie Strophen, Refrains, Soli und Lyrics enthält, sollte gar nicht erst weiterlesen.

„A Banishing Ritual“ ist vielmehr ein gut 41-minütiges Werk voll pulsierender Klänge, seltsamer Töne und schamanischer Beschwörungen. Allerdings folgt es einer inneren Dramaturgie: Zunächst erklingt ein langsam anschwellendes Dröhnen, das von disharmonischen Gitarren ergänzt wird. Diese werden schließlich durch rhythmisches Rascheln unterlegt, immer dem Herzschlag des Schamanen folgend. Das zweite Kapitel wiederum verstärkt den Takt und bringt doomige Klänge mit verzerrten Gitarren, echtem Schlagzeug und einer einprägsamen Melodie, unterbrochen durch ein merkwürdig-verhalltes Interludium. Kapitel Nummer drei ist vermutlich am entrücktesten: Über pulsierenden, organischen Klängen wird immer weiter anschwellend eine einfache Tonfolge wiederholt, einem Fiebertraum gleich, bis eine düster-verzerrte Stimme Unverständliches raunt. Das vierte Kapitel besteht weitgehend aus offenen Akkorden und einzelnen Tönen auf einer Akustikgitarre, und merkwürdig raunenden Stimmen – und wirkt wie das Aufwachen nach diesem unkontrollierbaren Fiebertraum, fernab von Zeit und Raum. Nur, um noch einmal eine Sounderuption loszutreten, diesmal allerdings mit leichteren Tönen.

Keine Frage, „A Banishing Ritual“ funktioniert deshalb so gut, weil es einen klassischen Spannungsaufbau aufweist. Und es ist ein Stück großartiger Musik – sofern man als Hörer bereit ist, sich der Musik zu öffnen. Ob man dabei aber Anhänger von Runenmagie, ostsibirischem oder indianischem Animismus ist, oder seine eigenen Abgründe ausloten möchte, ist relativ unerheblich.

26.02.2010

- Dreaming in Red -

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