Bloodhunter - Sons Of The Abandoned

Review

Das bekannteste Mitglied von BLOODHUNTER ist zweifelsohne Sängerin Diva Satanica, die drei Jahre bei NERVOSA aktiv war und zudem als Alternativmodel arbeitet. Die spanische Band existiert seit 2008, und seit 2012 ist die Frontfrau dabei und hat alle vier Alben eingesungen. Als einziges Gründungsmitglied ist Gitarrist Dani Arcos noch an Bord – die anderen Musiker stießen innerhalb der letzten acht Jahre hinzu. Musikalisch bewegt sich die Band im Fahrwasser von ARCH ENEMY – besser gut kopiert als schlecht selbst gemacht?

Sind BLOODHUNTER die spanischen ARCH ENEMY?

Natürlich muss sich nicht jede Melodic-Death-Metal-Band mit einer Frau am Mikrofon den ARCH-ENEMY-Vergleich gefallen lassen, doch BLOODHUNTER machen keinen Hehl daraus, wer ihre Vorbilder sind. Das liegt nicht nur an den keifenden, sehr guten Vocals von Diva Satanica, die gelegentlich auch in Growls oder unheilvolles Flüstern verfällt, sondern auch am Gitarrenspiel von Dani Arcos, der mit seinen Leads und Soli stark von Michael Amott inspiriert ist.

Die Rhythmusfraktion klingt ebenfalls ähnlich wie die schwedischen Vorreiter, und spätestens bei „The Threshold Of Hell“ denkt man sofort an „My Apocalypse“ – selbst die verwendeten Samples kommen einem bekannt vor.

Aber – und das ist ein großes „Aber“ – es klingt trotzdem gut. Der „Oh, wow!“-Effekt bleibt aus, doch auf der Habenseite stehen griffige Songs mit der einen oder anderen coolen Hook, guten Riffs und einer druckvollen Produktion, die einem ohne Umschweife den Kopf rasiert. Gut, dass man auch mit Glatze headbangen kann.

„Sons Of The Abandoned“ macht das, was es sein will, gut

Einen Innovations-Blumentopf gewinnen BLOODHUNTER mit ihrer vierten Platte nicht. Wer jedoch guten, handgemachten Melodic Death im ARCH-ENEMY-Stil der 2000er-Jahre hören möchte und sich mit Lauren Hart nicht anfreunden kann, darf hier bedenkenlos zugreifen. „Sons Of The Abandoned“ bietet starkes Liedgut, dem jedoch der Funken Eigenständigkeit fehlt, um langfristig im Gedächtnis zu bleiben.

05.06.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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