Breaking The Day - Survived By None

Review

BREAKING THE DAY ist eine sechsköpfige Band aus dem schönen Chatham (Grafschaft Kent), die sich im Jahr 2007 zusammengefunden hat. Die Briten veröffentlichen nach einer EP im Jahr 2010 nun mit „Survived By None“ ihr Langspiel-Debut. Man kann den Jungs also auf keinen Fall vorwerfen, „Survived By None“ sei ein Schnellschuss.

Trotzdem habe ich während der gut 56 Minuten Spielzeit (inklusive Intro und Outro) immer wieder das Gefühl, dass der präsentierte Sludge nicht ganz ausgereift ist. Aber ich fange am besten mit einem Aspekt an, der definitiv ausgereift ist – der Produktion. Legt die wörtliche Übersetzung des Stils eigentlich nah, dass das klangliche Ideal nicht unbedingt hörerfreundlich ist, sind die neun Songs (es gibt noch ein Interludium) transparent, klar und vor allem richtig druckvoll produziert. Daumen hoch!

Umso bedauerlicher ist es, dass BREAKING THE DAY musikalisch nicht wirklich überzeugen können – und das Schlimmste daran ist noch, dass sie ganz offenbar Potential haben! Die Gitarrenarbeit erinnert mich in weiten Teilen an die großartigen NASUM, das Wort „core“ ist also gar nicht sooo weit weg. Der Unterschied zwischen NASUM und BREAKING THE DAY ist nun, dass die Schweden ihre Ideen kurz, knackig und voll auf die Zwölf umgesetzt und damit selten die Drei-Minuten-Marke überschritten haben – die Briten dagegen dehnen im Opener „The Streets Will Rain With Blood Tonight“ ein Riff(!) auf fast fünfeinhalb Minuten aus. Ich weiß, im Depri-Black Metal wäre das geradezu progressiv – mich langweilt so etwas unabhängig vom Stil. Dazu kommt noch, dass angesprochenes Riff nicht einmal besonders gut ist.

Aber BREAKING THE DAY können auch anders! Es dauert zwar ein bisschen, aber im Laufe der Spielzeit blitzen hier und da tolle Motive auf, die zudem noch mit feiner Laut-Leise-Dynamik inszeniert sind und NEUROSIS zur Ehre gereichen könnten. Könnten – denn erstens sind solche Momente viel zu rar gesät, um wirklich Eindruck zu hinterlassen, zweitens fehlt auch hier noch die letzte Konsequenz, um das atmosphärische Potential auszureizen. Das finde ich wirklich schade.

So ist „Survived By None“ ein ordentliches Sludge-Album, das sicher seine Fans finden wird, aber auch ein ganzes Stück hinter den großen Veröffentlichungen der Szene zurückbleibt.

11.09.2011
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