Burial Shrine - Labyrinth Of Bridges

Review

Geheimtipps aus Kanada gab es in den letzten Jahren so einige. Vor allem die Québecer Szene um FORTERESSE hat international zu recht für Aufsehen gesorgt. Nun, BURIAL SHRINE sind weniger melodiös, könnten aber für Underground-Liebhaber gerade deshalb noch interessanter erscheinen. Das Debütalbum „Labyrinth Of Bridges“ atmet nämlich den Black Metal und zwar in vielen Schattierungen, wenn sie nicht gerade Post-, Symphonic- oder Progressive- als Vorsilbe tragen.

„Labyrinth Of Bridges“ ist längst nicht nur brutal

Eher das Gegenteil ist der Fall. In ihren Grundzügen fühlen sich BURIAL SHRINE wohl eher im War Metal heimisch und mischen entsprechend auch Death Metal ein. Aggression, Tempo und Schrammel-Level sind durchgehend ziemlich hoch. Doch ebenso spannend, wie das spielerische Element mit der polternden Gewalt, sind die Feinheiten, die „Labyrinth Of Bridges“ zu einem unerwartetem Vergnügen machen. Längst sind die Kanadier nicht darauf limitiert in möglichst kurzer Zeit möglichst brutal zu Werke zu gehen.

Klar, Bands wie BLASPHEMY, BLACK WITCHERY oder REVENGE haben ihre deutlichen Spuren auf „Labyrinth Of Bridges“ hinterlassen. Doch BURIAL SHRINE haben in das War-Metal-Fundament neben einigen schrillen Soli auch ein paar Überraschungen eingefügt. Diese führen mal in die frühen Neunziger Europas, aber auch die Brücke in ganz andere Nischen des finsteren Undergrounds schlagen. Besonders imposant gelingt es im fünfzehnminütigem Titeltrack „Labyrinth Of Bridges“, der dem Gepolter zeitweise obskure Keyboards und eine doomige Zähflüssigkeit zur Seite stellt. Hinzu gesellen sich gar dezent melodische, fast singenden Lead-Gitarren und aus dem sonst knurrenden Vocals wird gar ein hohes, sehr emotionales Keifen. Sicherlich das Meisterstück einer ohnehin schon spannenden bis sehr starken Scheibe.

BURIAL SHRINE haben das gewisse Etwas

Denn der größte Pluspunkt des Quartetts liegt eben im Detail. BURIAL SHRINE lärmen nicht ohne Sinn und Verstand, sondern verfolgen einen klaren Plan. Dadurch vermeiden sie auf ihrem Erstling sogar die sonst für War Metal typische Gratwanderung aus bestialischer Klasse und unterirdischem Müll. Stattdessen gehen die Ideen der Musiker optimal in der Rohheit auf. Kein easy-listening, aber eine Scheibe, die von Liebhabern der Extreme unbedingt gehört werden muss!

09.11.2018

Chefredakteur

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