Coldwar - Christus Deathshead

Review

Diese Iren sind ein ruppiges, das sollte spätestens klar sein, wenn man mal unsere fußballerisch verwöhnte Nationalelf gegen die Defensivarbeitstiere von der Insel hat antreten sehen. Selten ist das eine leichte Aufgabe, obgleich die grünen Farben technisch sicherlich weniger auf dem Kasten haben. Abgesehen von dem Technikaspekt (dies ist zumindest nicht klar ersichtlich) liefern COLDWAR aus Dublin den perfekten Soundtrack für eine Mannschaft aus Gegenspielern, die einem das Fürchten lehren können. Eine Mischung aus Hardcore Punk und Death Metal zeigt den Fünfer einerseits bissig wie ein abgerichteter Hund, auf der anderen Seite derart klassisch, das es schon wieder erfrischend erscheint.

Würde man das Ganze neumodern miteinander verwursten, käme höchstwahrscheinlich äußerst breakdownlastiger Deathcore dabei heraus und man hätte alles schon gefühlte 3135 Mal gehört. Mit “Christus Deathshead“ verhält es sich ein wenig anders. Angefangen bei der passend, leicht schwachbrüstigen Produktion bis hin zur überaus coolen Instrumentierung irgendwo zwischen verstaubtem Death Metal und Punk-Anleihen alter Schule, überzeugen die Jungs allen voran mit Neuigkeiten aus dem Museum. Dabei blitzt, neben Bands wie DISFEAR, hinsichtlich des heiseren Geschreis von Sänger Trevor Mclave auch ein leichtes Reibeisen a la Martin Van Drunen heraus.

Dabei haben COLDWAR auch durchaus etwas zu sagen, was über den Horizont von Bier, Nutten und Koks hinaus geht – man spricht sogar von einem Konzeptalbum. Im Wesentlichen schaffen die Iren thematische Verknüpfungen. Sei es zwischen aktuellen globalen Problemen und biblischen Offenbarungen oder zwischen Unruhen im mittleren Osten und den Kreuzzügen im Mittelalter. Mit “Christus Deathshead“ erhebt die Band ihre Stimme, lässt zerstörerische Aggression walten und erinnert dabei an Wurzeln und vergessene musikalische Essenzen. Gelingt es den Jungs in ihrer Folgezeit noch, etwas an den Songstrukturen zu polieren und diese noch ein wenig interessanter zu gestalten, dann könnte aus einem guten Werk durchaus noch einiges mehr werden. Der Vorbau steht allemal.

27.05.2011
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