Confession - The Long Way Home

Review

Manche Künstler limitieren sich einfach auch selbst. Da wird die eine Band aufgelöst, weil die Mitmusiker ihr Glück lieber in anderen Truppen versuchen wollen und schon steht man mit seiner neuen Formation im Studio – die stilistisch nur bedingt von ihrer Vorgängerband abweicht.

So geschehen im Falle Michael Crafter: Als Sänger von I KILLED THE PROM QUEEN wurde der Herr zu einem der Vorbilder der australischen Metalcore-Szene, bis sich die Band auflöste und Herr Crafter neue Musiker um sich scharte, um fortan unter CONFESSION weiter zu musizieren. Und obwohl CONFESSION dem Metalcore keine wirklich neuen Impulse geben geschweige denn an die Klasse ihrer Landsleute PARKWAY DRIVE, den wohl bekanntesten Vertretern des australischen Metalcores, heranreichen können, veröffentlichten sie letztes Jahr bereits ihr zweites Studioalbum. Auf den Namen „The Long Way Home“ hört das neue Baby aus dem Hause Crafter und nach seinem achtlichen kommerziellen Erfolg in der Heimat der Band wird dieses Album nun mit ein bisschen Verzögerung auch in Europa veröffentlicht.

Man mag es schon ahnen: Nein, „The Long Way Home“ erfindet das Rad nicht neu und nein, es kann weder mit den großen australischen Genrekollegen mithalten, noch mit den noch größeren US-amerikanischen Vorbildern, denen man sich musikalisch scheinbar eher verpflichtet fühlt. So ist auf „The Long Way Home“ nämlich hauptsächlich das zu hören, was vor einer bis anderthalb Dekaden aus Amiland über die Welt schwappte: Harte Riffs und Shouts in den Strophen, die sich mit melodisch-soften Refrains abwechseln und sich am Ende nicht lumpen lassen, dem geneigten Hörer noch einen Breakdown zu schenken. So weit also alles bekannt. Aber man würde CONFESSION nicht ganz gerecht werden, würde man sie einfach „nur“ als eine weitere Metalcore-Band nach Standardmuster einordnen. Denn obwohl ihre Strukturen genau danach schreien, muss man den Aussies zugestehen, dass ihre Songs ungewöhnlich gut ins Ohr gehen und dort vor allem auch eine Zeit lang verweilen. Oder auch, dass sie den Spagat zwischen ultrahart und supersoft ein bisschen besser hinbekommen als viele ihrer Kollegen, sodass die Dynamik der Songs gut funktioniert – besonders, wenn es dann gegen Ende immer wieder auf den Breakdown-Bolzpart zugeht.

Nein, das Rad erfinden CONFESSION mit ihrem zweiten Album definitiv nicht neu, aber sie drehen es so gekonnt, dass sie sich aus der Belanglosigkeit retten und trotz allem einigermaßen überzeugen können. Nicht auf voller Linie, dazu wird einfach auch schon viel zu oft Dagewesenes durchgekaut, aber Metalcore-Fans sollten mit „The Long Way Home“ trotzdem ihre Freude haben.

25.01.2012
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