Consecration - Exanimis
Review
CONSECRATION gehören zum britischen Death-Doom der alten Schule und folgen keinen Trends. Die 2010 in Norwich gegründete Band wartete von jeher mit schweren, undurchdringbaren Songs auf, die stellenweise zu tief im Doom-Schlick versackten, wodurch sie sich nur schwer als Ganzes greifen ließen. Die Mischung aus griffigen, leichten Riffs und stellenweise fast funeral-doomartigen Szenarien erschwert den Hörgenuss. Auch die Vocals von Sänger Daniel Bollans sind durchaus gewöhnungsbedürftig und eine echte Geschmacksache.
Im Doom-Schlick verwoben.
Mit dem letzten Album „Cinis” wurde ein weiterer Schritt gemacht: Das Songwriting wurde dynamischer, die melancholischen Parts wurden weiter ausgebaut und entwickelten trotz ihrer Zähigkeit eine gewisse Dynamik. Bei der Umsetzung ließen jedoch die Langatmigkeit der Songs und die zu starke Gefälligkeit der Riffs noch etwas zu wünschen übrig.
Bei aller Liebe zu brachialen Riffs zeigt sich „Exanimis” erschreckend hitfrei und funktioniert eher als düsteres, beklemmendes Ganzes. Die Band verfolgt eher den Weg von Gruppen wie ENCHANTMENT und lässt sich zu keinem Zeitpunkt auf Pathos ein.
Aufgrund ihrer Länge, Schwere und Kompromisslosigkeit wirken die Songs etwas eingefahren und verlieren im Verlauf leider oft an Reiz und Überzeugungskraft. Auch wenn die Band sehr authentisch ihren eigenen Stil fährt, der aus zeitlosen Doom-Riffs und vor allem Düsternis besteht, fehlt es den einzelnen Songs auf Dauer an Spannung. Bei aller abgrundtiefen Dunkelheit, Kälte und durchdringendem Nihilismus versinkt „Exanimis” ein wenig in seiner Monotonie und reinen Negativität.
Die echten Highlights finden sich nicht in den Arrangements oder Riffs, sondern in starken, herausstechenden Soli, wie auf „The Bitterness Of Grief”, oder in echten, melancholischen Leads, wie auf dem letzten Track „Cold Grey Stone”. Letzteres erinnert aber in seiner Art schon wieder fast an die Erstphase von MY DYING BRIDE. Auch die Produktion aus den Priory Studios kann das Album grundsätzlich nicht auf ein anderes Level heben.
„Exanimis” – Der Albumtitel ist Programm: Authentische Engstirnigkeit.
Mit „Exanimis” liefern CONSECRATION ein kompromisslos düsteres Death-Doom-Album ab. Stilistisch orientiert es sich deutlich an den traditionellen Stakeholdern des britischen Undergrounds, wie etwa ENCHANTMENT. Die authentische Atmosphäre, die starken Soli und die konsequente Verweigerung jeglicher Effekthascherei sprechen für die Band. Doch die ausgeprägte Gleichförmigkeit der Songs, ihre Länge und die permanente Schwere lassen das Album über weite Strecken an Spannung verlieren. „Exanimis” funktioniert somit eher als beklemmendes Gesamtwerk denn durch einzelne herausragende Kompositionen.
Consecration - Exanimis
| Band | |
|---|---|
| Wertung | |
| User-Wertung | |
| Stile | Death Doom Metal, Doom Metal, Funeral Doom Metal |
| Anzahl Songs | 8 |
| Spieldauer | 48:45 |
| Release | 29.05.2026 |
| Label | Nuclear Winter Records |
| Trackliste | 1. Herald of Darkness 2. Configuration Of Lamentation 3. Submerged In Sand 4. Domain Of Despair 5. Harvester Of The Forsaken 6. The Bitterness Of Grief 7. Descent Into Derangement 8. Cold Grey Stone |
