Crackmind - Because All Collapses

Review

CRACKMIND aus Lille in Frankreich spielen Rockmusik mit so ziemlich allen Facetten, die es im nicht-extrem-metallischen Bereich gibt. Das geht beim ersten Song mit schwerem Südstaaten-Einschlag los, wandert über TOOL-mäßige Parts zwischendrin weiter und hört bei Grunge-Anleihen auf. Hier und da dröhnt die Double-Bass, allerseits gespickt von Soli und sonstigen kreativen Intermezzi. Über sechzig Minuten lang toben sich die Baguette-Liebhaber auf ihrer selbstgebastelten Spielwiese aus, bis die Saiten reißen.

Sänger Normann gibt sich variabel, klingt mal nach wimmernden Seattle-Bubi, mal nach James Hetfield (gut zu hören bei „Wood, Nails (Love Doomed Pt. I)“). Meistens aber nach Seattle-Bubi. Das macht die ganze Geschichte etwas anstrengend, denn Sänger mit Grunge-Attitüde gab es wahrlich schon bessere. „Down Here“ jedoch führt wieder zurück in staubig texanische Gefilde, wo Klapperschlangen, Mundharmonikas und leere Schnapsflaschen warten.

Und so zieht das Konstrukt namens „Because All Collapses“, was übrigens deren Erstwerk in voller Länge darstellt, seine Bahnen. Holt ab, lässt wieder los, holt ab und lässt wieder los. Die Mixtur aus schweren Riffs und alternativen Parts muss gefallen ebenso wie der stellenweise eigenwillge Gesang. Trotz dem Riffbrett, der zeitweiligen Kratzbürstenstimme, dem wummernden Bass, fehlt der Scheibe doch der richtige Wumms. Die Produktion hätte ruhig eine Spur dicker ausfallen können, um die Energie bis zum Ende rüber zu bringen. So bleibt von „Because All Collapses“ eine durchwachsene Stunde Musik, die im Nirvana der Veröffentlichungen verschwinden wird.

10.05.2011
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