Crawling Chaos - XLIX

Review

Seit es 2009 mit der EP „Goatsuckers“ seinen ersten Output ausgespuckt hat, zieht das CRAWLING CHAOS mit brutalem Death Metal im Gepäck von Italien aus langsam auch über den Rest der Welt. Das neue an „Der Fürst“ von Niccolò Machiavelli angelehnte Werk „XLIX“, sollte die Ausbreitung des Chaos ein gutes Stück weiter voranbringen. Das Album erzählt vom Aufstieg und Fall eines Menschen, der sich frustriert von seiner Umwelt mithilfe einer besonderen Version des Buches von Machiavelli zum absoluten Herrscher aufschwingen will und dabei zunehmend fragwürdige Methoden einsetzt.

CRAWLING CHAOS — Verneigt euch vor dem Fürsten

Mit dem bedrohlichen Intro und Blastbeat-Gewitter von „My Golden Age“ besteigt der Fürst den Thron und verkündet anschließend ebenso martialisch: „The Prince Is Here“. Die wuchtige Produktion zementiert den Herrschaftsanspruch und schlägt jeden Widerstand gnadenlos zurück. Vereinzelte ruhige Momente, wie im gesprochenen Intro von „Block And A Bloody Knife“ geben Zeit zum Durchatmen, bevor man anschließend wieder auf das musikalische Schafott gezerrt wird. Das Henkersbeil wird während des gesamten Albums von schwungvoll schneidenden Gitarren geschwungen und die drückenden Doublebass-Attacken halten einen am Boden. „Ishnigarrab, Or The Awful Offspring Of The Goat“ beschwört gar die schwarze Ziege mit den tausend Jungen aus dem Lovecraft-Mythos. Zum Abschluss bringt das rasante „Doom Of Babylonia“ mit einem Wechsel aus aggressivem Tempo und melancholischen Gesangspassagen den epischen Untergang.

Ein neues Imperium

„XLIX“ bietet abwechslungsreich arrangierten Death Metal, der neben technischen Knüppeln auch groovende Breakdowns und hymnische Gitarrensoli bietet. Der Gesang wechselt zwischen tiefem Growling und wütendem Krächzen und unterstreicht die düstere Grundstimmung. Obendrauf gibt es eine interessante Hintergrundstory über das Streben nach Macht und Ordnung, welches leider zu oft in den Abgrund führt. Als vielleicht einzig negativer Punkt ist zu erwähnen, dass gerade die längeren Songs im Mittelteil sich etwas in die Länge ziehen und dadurch der Druck ein wenig verloren geht. Das ist aber Meckern auf hohem Niveau und wer auf modernen Death Metal mit Abwechslungsreichtum steht, ist hier richtig.

(Review von Steffen Gruß)

29.11.2020
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