Dark Quarterer - Pompei

Review

In den frühen 1980er Jahren war es bei italienischen Metal-Bands unüblich, eigene Songs live zu spielen. Die Veranstalter bevorzugten Acts, die internationale Hits der Szene coverten. Entsprechend wenige Songs wurden zu jener Zeit in Italien geschrieben. Die Epic-Metal-Band DARK QUARTERER komponierte dennoch eigenes Material und verbrachte folglich einige Jahre in absoluter Obskurität. Erst 1987 gelang die Veröffentlichung des selbstbetitelten Debüts.

Der große Durchbruch folgte allerdings nie, auch wenn die Band nie ganz weg vom Fenster war und im Laufe der Jahre nicht nur dank ihres Durchhaltevermögens, sondern auch aufgrund der vorhandenen musikalischen Qualität einige Anerkennung erwarb. Mit „Pompei“ erscheint nun der achte Langspieler der Italiener. Bei dem Titel ist es wenig überraschend, dass es sich um ein Konzeptalbum über das alte Rom und insbesondere die durch einen Vulkanausbruch zerstörte Stadt Pompeji handelt.

DARK QUARTERER lassen Asche regnen

Dieser tragischer Untergang ist natürlich eine äußerst angemessene Kulisse für den epischen Metal, den DARK QUARTERER aus den Boxen zaubern. Zwar beginnt das Album mit „Vesuvius“ ziemlich sperrig und leider auch eher mittelmäßig, aber diesen Ausfall kann die Band mit den folgenden fünf Nummern ausgleichen. Zwar ist die hohe Kopfstimme von Frontmann und Bassist Gianni Nepi sicher nicht jedermanns Sache, passt aber gut zu den ausgefeilten und meterhoch nach oben strebenden Gitarrenläufen von Francesco Sozzi.

Das Gitarrenspiel auf „Pompei“ wird massiv von wunderschön klingenden Keyboards unterstützt. In diesem Zusammenspiel ähneln DARK QUARTERER an vielen Stellen den Proggern SYMPHONY X, die vergleichbar epische Symphonien schreiben. Deren Komplexität erreichen die Italiener zwar nicht, können aber mit progressiven Songideen überzeugen, die zum Beispiel bei den Landsleuten DOOMSWORD nicht zu finden sind.

„Pompei“ – ein Highlight für Genrefans

Durch die Keyboards klingt „Pompei“ stellenweise zwar etwas kitschig, aber große Emotionen wie unendliche Trauer und unsterbliche Hoffnung passen nun einmal zum Epic Metal wie die Faust aufs Auge. Stellenweise wird die Freude allerdings durch den platten Sound getrübt. Offenbar ist es im Mix nicht durchgehend gelungen, alle Spuren in Einklang. Trotzdem, und auch wenn nicht jeder Song eine geniale Komposition wie „Panic“ ist, machen Genrefans mit „Pompei“ nichts falsch.

03.11.2020
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