Dark Rage - Hate Is Our Nature

Review

Eigentlich ist Bad Hersfeld in Hessen ja als Festspiel- und Kurstadt bekannt, nun wollen die fünf Jungs von DARK RAGE aber anscheinend mit ihrem Album „Hate Is Our Nature“ den Staub von den Dächern der Altstadt pusten und zeigen, dass der Metal auch hier seinen Nachwuchs hat. Nach einer EP und einem Einsatz auf einem Sampler liegt nun der zweite Output vor.  Dass dieser so unheimlich professionell aufgemacht ist wie nur wenige Alben dieser Tage, verwundert genauso wie die Tatsache, dass man sich hier scheinbar mit Stolz Metalcore auf die Fahnen schreibt.

Und nach dem wirklich gelungenen Intro bewahrheitet sich leider auch erst mal meine Befürchtung, dass es hier Core von der Stange gibt: solide Riffs, nette Breaks, ein Wechsel aus Shouts und Cleangesang, aber eben alles schon tausendfach gehört. Bis zum vierten Track „Would“ bleibt dann auch alles wie gehabt, bevor es dann zum ersten Mal gelingt, Akzente zu setzen. Das ruhige Stück, dessen Gesang oft an Corey Taylor von SLIPKNOT erinnert, überzeugt auf ganzer Linie, und auch die nachfolgenden Tracks ziehen ganz schön an. Der starke Refrain bei „Chapter Sick(x)“, das geile Gefrickel in „The Day Inside“ oder der wuchtige Rausschmeißer „Hate Is Our Nature“, der mit einem hohen Death- Metal-Anteil punktet, sind schlicht und einfach gut gemacht und setzen sich im Gehör fest. Da gibt es auch endlich Abwechslung bei den Refrains und hier und da wird sogar über den Genre-Tellerrand hinweggesehen.

Schwach begonnen, wunderbar gesteigert, grandios abgeschlossen: So lässt sich „Hate Is Our Nature“ kompakter beschreiben. Der zweite Output dieser noch jungen Truppe ist bis auf wenige Momente sehr gelungen und dürfte für jeden Core-Fan etwas bieten. Außerdem ist die Ausarbeitung des Covers, des Booklets und der CD selbst wahnsinnig detailreich und mit viel Herzblut gemacht, reinhören lohnt sich also definitiv. Mal sehen, was die Zukunft bringt, der Grundstein ist auf jeden Fall gelegt.

16.04.2013
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