Decrepit Birth - ...and Time Begins

Review

Achtung, hier gibts auf die Fresse! Und zwar kräftig. Decrepit Birth machen keine Witze, wenn sie behaupten, die ultimative Brutalität sei ihr Bestreben. Von der ersten Sekunde an wird nonstop ausgeteilt, dass es nur so kracht, und zwar in einem Tempo, welches dem geneigten Hörer ein fettes Grinsen ins Gesicht setzt. Kein störendes Intro oder sonstigen Kram, sondern gleich von null auf zweihundert, man hat ja schließlich nicht den ganzen Tag Zeit. In dieser Eile bringt man dann auch fast die gesamte Spielzeit hinter sich, erst beim vorletzten Song wird mal ein Gang zurückgeschaltet, um mit einem Midtempo-Instrumental den abschließenden Titeltrack einzuleiten. Der geht dann wieder in die vollen und ist mit neun Minuten Spielzeit gut dreimal so lang wie die restlichen Songs. Ziemlich dreist ist daran, dass von den neun Minuten etwa die Hälfte praktisch still ist, und sich somit der Verdacht aufdrängt, es solle damit lediglich die Gesamtspielzeit künstlich auf 30 Minuten aufgeblasen werden. Dabei müsste es eigentlich ein leichtes sein, noch einen Song obendrauf zu setzen, da sich das dargebotene Repertoire sowieso zum großen Teil auf Wiederholungen beschränkt. Angesichts des hörbaren spielerischen Könnens der Jungs ist es regelrecht schade drum, dass das Material so gleichförmig daher kommt. Es ist zwar nachvollziehbar, dass man seinen Trumpf in Gestalt von Tim Yeung (ex-Hate Eternal, Vital Remains) an den Drums auch ausspielen will, doch beschränkt sich Brutalität sicher nicht auf pure Raserei. So hält die Scheibe zwar ein, zwei Durchläufen stand, wird dann aber zu schnell eintönig, als dass sie einen bleibenden Eindruck hinterlassen könnte. Schade drum, denn dass etwas Abwechslung der Geschwindigkeit und der Brutalität nicht schadet, machen zum Beispiel Deeds of Flesh oder Nasum prima vor.

04.01.2004
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