Desolate Pathway - Visions In Death

Review

Der Name DESOLATE PATHWAY dürfte hierzulande kaum oder gar keinen Bekanntheitsgrad haben. Vinny Konrad, aktuell bei ELIXIR aktiv, früher bei PAGAN ALTAR, lebt in dem Projekt DESOLATE PATHWAY seine Vorliebe für epischen Doom aus. 2014 veröffentlichten DESOLATE PATHWAY das Debüt „Valley Of The King“, gefolgt von „Of Gods And Heroes“ zwei Jahre später. Nach zehn Jahren kompletter Funkstille tauchen DESOLATE PATHWAY erneut auf und die dritte Platte „Visions In Death“ ist seit Ende September verfügbar.

Nach zehn Jahren Funkstille tauchen DESOLATE PATHWAY erneut auf

War DESOLATE PATHWAY zumindest in der Anfangszeit eine Band mit diversen Musikern, ist 2026 davon nur noch ein Duo übrig. Drummerin Maz Magzilla kehrte zu DESOLATE PATHWAY zurück und gemeinsam schrieb und produzierte das Duo Konrad/Magzilla die neue Platte. Es geht um epischen Doom, wo Bands wie CANDLEMASS oder SOLITUDE AETURNUS Vorbilder sind. Aber DESOLATE PATHWAY schaffen auf ihrer neuen Scheibe eine kleine Besonderheit. Der Gesang klingt derart klagend, womit es dem Duo gelingt aus der Masse der Veröffentlichung hervorzustechen. Die Lyrics beschäftigen sich mit Dämonen und anderen dunklen Wesen wie Vampire der Marke Dracula.

Im Gegensatz zu vielen Genrekollegen fassen sich Konrad und Co. erstaunlich kurz. Keine Nummer überschreitet die Marke von sechs Minuten. Der Auftakt „Creeper“ kriecht und schleppt sich vorwärts, wobei der Gesang und die Melodieführung dafür sorgen, dass das Material nicht zu erdrückend wirkt. Der harsche Gesang, zum Beispiel bei „Horrors Of The Night“, ist dagegen eine Geschmackfrage und für epischen Doom eher ungewöhnlich.

Ob bei „The Dark Prince“ OZZY OSBOURNE die Vorlage gab? Das Stück liefert genau die Zutaten, die die Anhängerschaft von epischen Doom bevorzugt, wo die Walze langsam und kontinuierlich vorwärtsdrückt und in „Deadly Beauty“ übergeht. Gefühlt gehören die beiden Tracks zusammen, was sich spätestens beim Refrain von „Deadly Beauty“ zeigt.

Ein Ineinandergreifen der Musik scheint den Protagonisten ein wichtiger Faktor zu sein. Fast alle Nummern kommen nicht isoliert daher. Dass knapp sechsminütige „Angels Without Words“ mit Chorgesang, der aber nicht überstrapaziert wird, holt die Hörerschaft aus einer möglichen Lethargie, die sich über fünf Tracks aufbaute. Der fauchende Kuss des Vampirs wirkt dagegen aufgesetzt düster und eher störend. Zum Finale heißt es „Visions In Death“, der an seinen Vorgänger anknüpft und sich in Richtung der finalen Rille walzt.

„Visions In Death“ erfindet keine neuen Räder

Die dritte LP von DESOLATE PATHWAY erfindet keine neuen Räder, kann sich aber hören lassen. „Visions In Death“ überzeugt, wenn die überzogene dunkle Attitüde, wie zum Beispiel der fauchenden Gesang bei „Vampires Kiss“, ausbleibt. Konrad und Co. haben grundsätzlich alle Zutaten für eine ansprechende Epic-Doom-Metal-Scheibe. Ein Verzicht auf die aufgesetzt wirkenden harschen und fauchenden Vocals hätte der Platte noch mehr Atmosphäre gegeben. Trotzdem ist Album Nummer drei alles andere als schlecht, hätte aber noch mehr Potential gehabt. Genrefans sollten ein Ohr riskieren, ob eventuell etwas für die Playlist dabei ist.

16.10.2026

Ein Leben ohne Musik ist möglich, jedoch sinnlos

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