Destinity - XI Reasons To See

Review

Die Franzosen DESTINITY haben in den letzten zehn Jahren einen heißen Ritt quer durch die europäische Labelwelt unternommen. Gleichzeitig hat sich ihr Stil vom melodischen Black Metal der Anfangstage (die immerhin schon 14 Jahre zurückliegen) hin zu einer modernen Symbiose aller angesagten Extreme-Metal-Zutaten gewandelt. Das klingt irgendwie erstaunlich danach, als seien DESTINITY ein wenig wendehälsisch veranlagt und schielten immer dem vorherrschenden Trend hinter. So kann man sich täuschen.

„XI Reasons To See“ ist ein durchaus glaubwürdiges Album, das organisch aus der Vergangenheit der Band erwachsen zu sein scheint. Noch immer blitzen hier und da Black-Metal-Einflüsse durch das Gitarrengewitter, aberwitzige Blastbeats, fliegende Keyboardwölkchen und klirrend kalte Melodien verdüstern den ansonsten vor allem durch einen gewaltigen Modern-Metal-Sturm geprägten Himmel. Das hat etwas angenehm Authentisches. Glücklicherweise versuchen DESTINITY (bis auf den vergleichbaren Gesang) gar nicht erst, ihre erfolgreichen und übermächtigen Kollegen von GOJIRA zu kopieren oder irgendeine Art von Emoeinfluss in ihren Sound zu integrieren. Stattdessen klingen DESTINITY glücklicherweise eher wie eine zeitgemäße AT THE GATES- oder EDGE OF SANITY-Version, oder vielleicht wie Franzosen, die in letzter Zeit zu viel DARK AGE gehört haben.

„XI Reasons To See“ ist eine straighte, zeitgemäße, nicht zu progressive Metalplatte mit allem, was dazugehört. Wer dieses Album kauft, bekommt neo-thrashige und deathige Riffs, Melo-Death-Leads, vitale Soli, knackige Drums mit viel Doublebass, groovige Verschnaufpausen, tolle Refrains (schön: „To Touch The Ground“), gekonnt akzentuierte Synthesizer, abwechslungsreiches Songwriting, bestechendes Instrumentalkönnen, eine angenehm voluminöse, moderne Produktion von Jacob Hansen, und und und – und das alles bis zum Abwinken. Dass es für DESTINITY meiner Ansicht nach auch mit dem fünften Album nicht zum großen Durchbruch langen wird liegt daran, dass die Franzosen insgesamt einfach ein zu glattgebügeltes Profil haben. „XI Reasons To See“ reiht sich zwar qualitativ mindestens im oberen Mittelfeld der Modern-Metal-Szene ein, ist aber ein bisschen zu langatmig und schlicht nicht außergewöhnlich genug, um auf ganzer Linie Eindruck zu schinden. Macht aber nichts, ist trotzdem eine gute Platte.

05.02.2010
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