Devilment - II - The Mephisto Waltzes

Review

Das Gruselkabinett hat wieder geöffnet: DEVILMENT legen mit „II- The Mephisto Waltzes“ einen würdigen Nachfolger zum Debütalbum „The Great And Secret Show“ aus dem Jahr 2014 vor.

Frontmann Dani Filth kann dabei offenbar gar nicht genug betonen, dass DEVILMENT kein Nebenprojekt zu CRADLE OF FILTH sind, sondern eine voll- und gleichwertige Band. Mit dem wenig verschmusten Ausstieg von Gründer und Filth-Buddy Daniel J. Finch Ende 2014, gönnten sich die Briten entsprechend eine echte Bandkrise, aus der sie nun mit stilistischer Weiterentwicklung und Matt Alston am Drumkit in ein neues Kapitel starten.

Gruselgroove bietet beste Unterhaltung

„II – The Mephisto Waltzes“ bewahrt den Gruselgroove des Vorgängers und besticht durch Mitwipp-Potenzial. Wer darüber die Stirn runzeln will, wird Anlass genug finden, dem Album und seinen Machern Mainstreamambitionen zu unterstellen. Das kann man natürlich auch einfach lassen und sich über knapp 50 Minuten guter Unterhaltung freuen.

Mehr Lauren Francis am Mikro wertet „II – The Mephisto Waltzes“ auf

Der Auftakt mit „Judas Stein“ legt keyboardbetont eine ordentliche Schaufel Härte in den Sack und lässt Dani Filth mit den zahlreichen Facetten seiner Stimme spielen, ohne dass Verwechslungsgefahr mit CRADLE OF FILTH bestünde. Das folgende „Hitchcock Blonde“ gibt sich unverkennbar als erster Anspieltipp des Albums – und rückt die vielleicht erfreulichste Weiterentwicklung ins Licht: Keyboarderin Lauren Francis steht weitaus öfter, als auf dem Debüt, mit am Mikro und verleiht dem Sound der Band einen geschmeidigen Horroranstrich, der passend zum Songtitel an Gruselfilme aus den 60-er Jahren erinnert.

Beeindruckender Spagat zwischen Abwechslung und Eingängigkeit

„II – The Mephisto Waltzes“ tanzt einen beeindruckenden Spagat zwischen stilistischer Abwechslung und Engängigkeit, in den Trash-Elemente (z.B. „Shine On Sopie Moone“) ebenso Einzug finden, wie typische „Female Fronted Metal“-Strukturen („Entangled In Our Pride“). Dennoch klingt das Ganze wie aus einem Guss und DEVILMENT wirken musikalisch gefestigter, aber auch verspielter, als auf dem Vorgänger. Mit „Full Dark, No Stars“ (nach der Stephen King-Veröffentlichung aus 2010) mischt sich sogar ein traurig-romantisches Duett unter die insgesamt düstere Klangware und Lauren Francis läuft dank der ausrucksstarken Interpretation ihrer Gesangsparts mancher Kollegin von der Front den Rang ab. „Life Is What You Keep From The Reaper“ sticht als weiterer Ohrwurm hervor und „Hell At My Back“ schraubt zum Abschluss den Härtegrad hoch.

Keine Offenbarung, aber dennoch ein starkes Album

Eine Offenbarung ist „II – The Mephisto Waltzes“ indes nicht. Dafür sind die neun Songs am Ende doch zu gleichförmig, zu nah an schon da gewesenem und zu schnell verbraucht. Wer auf der Suche nach einem soliden Album für lange Autobahnfahrten im Regen ist oder gerne im Ohrensessel Edgar Wallace-Szenarien ausheckt, ist mit dem zweiten Album von DEVILMENT jedoch bestens beraten.

 

17.11.2016
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