Die Dorks - Unberechenbar

Review

Die Bayern-Punks melden sich knappe zweieinhalb Jahre nach dem letzten Album „Geschäftsmodell Hass“ zurück. Der neue Streich des Trios hört auf den Namen „Unberechenbar“ und bietet in etwa genau das. Schon der Opener „Maximal“ deutet auf die musikalische Vielschichtigkeit von DIE DORKS hin. Ein breit angelegtes Rock-Riff jagt das nächste und schubst die Band gefühlsmäßig auf die ganz großen Arena-Bühnen.

DIE DORKS bleiben wieder mal „Unberechenbar“

Die Lyrics bleiben dabei leider stumpf („Scheiß auf die Impulskontrolle“ – also bitte), die breitbeinige Energie ist aber ansteckend. „Kein Sommer Der Liebe“ trägt dann wieder PRONGSCHe Groove-Federn und mit der Power-Ballade „Solange Noch Mein Herz Schlägt“ beweist Sängerin Liza ihr großes Gesangstalent. Die Frau ist bei all den populären Piepsestimmen eine echte Wohltat mit Gänsehautgarantie.

„Alles Zerstören“ ist ein echter Thrash-Straßenfeger, bei dem die Vocals gar im harschen Bereich vorgetragen werden. Das fetzt und DIE DORKS verzichten nahezu vollständig auf Egotrips, funktionieren als gut eingespielte Band dafür umso besser.

Kreativität trifft auf Härte

Das Songwriting auf „Unberechenbar“ ist eine Klasse für sich. Immerhin sprudeln die Licks und Riffs, Bassparts mit einem super harten Anschlag lassen DIE DORKS zur Metal-Band werden und die Produktion ist obendrein schön ausgewogen, glasklar und dick. Rein musikalisch betrachtet ist „Unberechenbar“ ein Ausrufezeichen und stellt den Vorgänger noch einmal in den Schatten. Das Problem sind aber die Texte. Konnten die Bayern auf „Geschäftsmodell Hass“ noch mit gesellschaftskritischen Aussagen punkten, jagen sie dieses Mal alten Deutschrock-Klischees (unpolitisch!) hinterher, was leider allzu oft eher prollig als cool wirkt. Außerdem darf Liza ihre Stimme noch öfter anzerren („Exzessive Notwehr“) um die Metal-Vibes stärker zu akzentuieren.

Dadurch, dass die DORKS ihren Härtegrad noch einmal ordentlich erhöht haben, liefert „Unberechenbar“ ein ordentliches Brett jenseits von Punk und Alternative Rock und passt sich gut in jede Thrash- und Groove-Metal-Sammlung ein.

03.02.2026

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