Dominum - Night Is Calling

Review

DOMINUM haben sich in nicht einmal drei Jahren seit dem Debüt „Hey Living People“, das im Dezember 2023 erschien, eine beachtliche Fanschar erspielt. Mit ihrem Untoten-Konzept und eingängiger, fast poppiger Musik zwischen Melodic- und Power Metal traf die Band um Felix Heldt alias Dr. Dead einen Nerv. Zahlreiche Supportslots, eine Headlinertour und Auftritte auf großen Festivals waren die Folge. Zum Rockharz-Wochenende erscheint mit „Night Is Calling“ das dritte Album, und wir sind gespannt, ob die Gruppe ihr Momentum halten kann.

DOMINUM experimentieren mit ihrem Sound

Beim Opener „The Circus Is In Town“ schauen wir kurz aufs Cover, um sicherzugehen, dass wir nicht versehentlich die neue AVATAR in den Player geschoben haben. Die Zirkusmelodie, Modern-Metal-Elemente und einige Screams wecken Erinnerungen an den Sound der schwedischen Modern Metaller. Doch das ist nicht die Marschrichtung für das restliche Album: „Doctor Doctor“ – kein UFO-Cover – ist eine 80er-Pop-Rock-Hymne mit reichlich Keyboards, und auf „Children Of The Night“ kehrt der melodische Power-Metal-Sound zurück, den wir von der Band kennen.

Die „traditionelle“ Seite DOMINUMs – sofern man das bei einer so jungen Band bereits sagen kann – setzt sich auf den folgenden Songs fort: „Nosferatu“ spielt mit unheilvoller Atmosphäre, und auf dem Titelsong ist Marina LaTorraca zu Gast, die jüngst bei BATTLE BEAST einstieg. Mit reichlich Keyboards und viel Drive erinnert das Stück an ebenjene Band.

Insgesamt fällt auf, dass DOMINUM den Anteil an 80er-Synths deutlich erhöht haben. Besonders gut funktioniert das, wenn daraus ein großer Ohrwurm wie „Jack The Ripper“ entsteht. Auch das in die Tracklist eingewobene Cover von MICHAEL JACKSONs „Thriller“ profitiert davon. Wer das Musikvideo kennt, weiß auch, warum Dr. Dead und seine Untoten den Song ausgewählt haben.

Bei „Devil’s Son“ hat die Nürnberger Band kräftig in Richtung POWERWOLF geschielt. Im Refrain klingt Heldt stellenweise sogar wie Attila Dorn. Die beiden Akustikversionen von „Don’t Get Bitten By The Wrong Ones“ und „Hey Living People“ zeigen eine neue musikalische Seite und könnten Vorboten eines künftigen Akustik-Ausflugs sein.

„Night Is Calling“ ist divers

Mit ihrem dritten Album etablieren sich DOMINUM im Metalkosmos. Die Platte ist vielseitig, auch wenn nicht jeder Song restlos überzeugt – dafür hat man manche Versatzstücke schon zu oft gehört. Fans von europäischem Power Metal mit reichlich Keyboard-Einsatz können bedenkenlos zugreifen.

26.06.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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