Doodseskader - Year One

Review

Ein experimentelles, eklektisches Werk aus dem AMENRA-Dunstkreis – und die Post-Metal-Fanboys der Redaktion haben sich nicht darum gerissen? Verdrehte Welt. Das kann natürlich damit zusammenhängen, dass in der Presseinfo als ein wesentlicher Bestandteil der Stilmischung Hip Hop genannt wird. Aber wirklich viel hat der Sound von DOODSESKADER mit Rap an sich nicht am Hut. Die Sludge-Komponente dominiert das musikalische Geschehen eindeutig. Was natürlich ebenfalls durchkommt, sind gewisse Nu-Metal-Vibes, die, wenn vollständig zu eigen gemacht wie in „Less Of Everything“, durchaus gefallen.

KURZ NOTIERT – Die notwendigen Bedingungen erfüllen DOODSESKADER zumindest schon mal

Mit der Nu-Metal-Komponente geht natürlich das inhärente Problem des tumben Downtuning-Riffings mit einher, hier besonders markant aufgrund der Abwesenheit einer Gitarre – tatsächlich steht der verzerrt knurrende Bass im Mittelpunkt. Ohne interessante Melodiebögen gerät das manchmal so monoton wie in „Bloemen Noch Kransen“, dass man das Gefühl hat, einem Song von COAL CHAMBER zu lauschen.

Aber oft genug kommt auch wiederum die AMENRA-Klasse raus, sodass die Songs üblicherweise dann am besten sind, wenn sie sich fies durch diverse, wenn auch simple Dissonanzen winden. An anderer Stelle muten sie wie eine psychotische Pumper-Variante der DEFTONES an. Oder die Belgier gestalten den Song eben um eine einschlägige Hook herum, wie im bereits genannten „Less Of Everything“. Die Mische ist auf jeden Fall interessant genug, um DOODSESKADER im Auge zu behalten, dann beim nächsten Mal hoffentlich mit noch aufregenderen Songs, die auch vor höheren Tönen nicht zurückschrecken.

27.11.2022

Redakteur für Prog, Death, Grind, Industrial, Rock und albernen Blödsinn.

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