East Trading Wang - Favela. Yayo. Caipirinha.

Review

Irgendwo habe ich gelesen, dass die Jungs von ETW mit diesem Album frischen Nu-Metal-Wind nach Estland gebracht haben. Nunja, mit Nu Metal im herkömmlichen Sinne hat das zweite Album der Esten herzlich wenig zu tun, vielmehr wird hier eine sehr lebhafte Mischung aus Grunge, Metal, Punk und Alternative Rock geboten, die dann meistens doch etwas althergebrachter klingt, als der neue Metal.

Da steckt in manchen Songs entferntes Nirvana-Song-Feeling und andere haben dieses aufgekratzte Etwas, was auch den Charme von SYSTEM OF A DOWN ausmacht. Die Songs vereinen Eingängigkeit mit simplen aber teilweise doch unkonventionellen Strukturen. Der Sänger erinnert mich mit seiner heiseren (Kreisch-/Sprech-)Stimme ein bißchen an den Stil von LIGHT THE FUSE AND RUN, nur das ETW nicht ganz so flott unterwegs sind und auch nicht halb so bekloppt.

Wäre eigentlich nicht schlecht, wenn sie ein bißchen mehr auf die Kacke hauen würden, denn trotz ein paar netter Einfälle dümpeln die Songs irgendwie vor sich hin. Meist wird ein halbwegs cooles Riff bis zum letzten Fetzen ausgeschlachtet, so dass das kreative Potential in den Songs oft nur auf Sparflamme kocht. Das dominante Schlagzeug sendet zwar deutliche Reize an die Nackenmuskulatur und gelegentliche Ausbrüche z.B. in psychedelisch-düstere Gefilde (letzter Song „Dark Side“) beleben das Album, aber im Gesamtschnitt haben wir es hier einfach nur mit einem netten Album zu tun, welches jede Menge interessante Referenzen aufzeigt, dann doch eher Lust auf die Originale macht.

24.10.2007
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