Edenbridge - My Earth Dream

Review

EDENBRIDGE waren zwar schon immer dem Symphonic Metal zuzurechenen, doch auf „My Earth Dream“ greift man erstmals wirklich auf die Begleitung eines Symphonie-Orchesters zurück. Es handelt sich in diesem Fall um das Czech Film Orchestra, dass bereits für etliche Film-Soundtracks verantwortlich zeichnet.

Und ich stelle fest, dass es genau das war, was mich bei EDENBRIDGEs bisherigen Veröffentlichungen gestört hat. Es ist in diesem Genre einfach ein ganz anderer Sound, wenn ein echtes Orchester die symphonischen Arrangements übernimmt, anstatt das gute alte Stromklavier.
Doch nicht nur aus diesem Grund darf ich sagen, dass „My Earth Dream“ das bisher stärkste EDENBRIDGE-Werk ist. Es sind auch die enorm gelungenen Kompositionen, die trotz des durchaus deutlich begrenzten Bereich dieser Spielart für ein Höchstmaß an Abwechslung sorgen.

Reiner symphonischer Bombast erwartet uns beispielsweise beim Intro „The Force Within“, doch gleich bei „Shadowplay“ gelingt dem österreichischen Quartett eine geniale Vermischung aus Power- und Symphonic Metal. Das folgende „Remember Me“ kann man wohl gut als symphonische Ballade bezeichnen.
„Paramount“ und „Adamantine“ sind zwei leicht progressiv ausgerichtete Powerballaden, bei denen mich lediglich stört, dass sie direkt nacheinander platziert sind. Eine reine Ballade, ohne irgendwelche Power, dafür aber mit bezaubernder symphonischer Untermalung, ist „Whale Rider“.
Ich möchte jetzt gar nicht jeden einzelnen Song analysieren (dabei stören leider auch die immer wiederkehrenden Voice-Over-Einspielungen der Promo viel zu sehr), doch muss erwähnt werden, dass der über zwölf Minuten lange Titeltrack „My Earth Dream“ zum Albumende erhaben über den anderen Kompositionen steht. Er ist in sechs Abschnitte unterteilt und spiegelt nochmal alle musikalischen Variationen des Werks wider.

An der musikalischen Leistung der Band und des Orchesters gibt es absolut nichts zu meckern. Die Symbiose einer Metal-Band mit einem Symphonie-Orchester gelingt auch auf „My Earth Dream“ bestens. Und Sabine Edelsbacher singt meines Erachtens besser, denn je zuvor.

Eins muss ich ganz klar in den Raum stellen: wer mit Power Metal im Allgemeinen und mit der symphonischen Ausrichtung im Besonderen nichts anfangen kann, macht besser einen weiten Bogen um „My Earth Dream“. Doch wer auch nur ansatzweise ein Faible für diese Musik übrig hat, sollte sich schleunigst auf den Weg in den nächsten Plattenladen machen oder auf die Website des Internet-Musik-Händlers seiner Wahl klicken.
EDENBRIDGE setzen mit diesem Album Akzente im Symphonic Metal.

29.04.2008
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