Elder - Through Zero

Review

Seit 20 Jahren sind ELDER bereits aktiv und haben sich auf entspannte Prog-Rock-Klänge mit sphärischem Gesang spezialisiert. Das ist heutzutage alles andere innovativ, kann aber nach wie vor begeistern, wenn die Umsetzung gelungen ist. Doch wie schneidet „Through Zero“ diesbezüglich ab?

ELDER jammen befreit durch lebensfrohe Melancholie

Die inzwischen weitestgehend nach Deutschland übergesiedelten US-Amerikaner zeigen sich bei ihrem „Nulldurchgang“ im besten Sinne routiniert. ELDER beherrschen ihre Instrumente und fügen ansprechende Instrumentalparts zu ausladenden und zugleich spannenden Kompositionen zusammen, die den harmonischen Charme eines gelungenen Könner-Jams im Probenraum atmen. Scheinbar frei von unangenehmem Erwartungsdruck oder anderen äußeren Zwängen versprühen die Stücke eine unerwartet positive Lebensfreude trotz einer inhärent im Hintergrund stets leise mitschwingenden Melancholie.

Dass Frontmann Nick DiSalvo nicht der begnadetste Sänger ist, wissen ELDER vermutlich selbst nur allzu gut, weshalb dessen Stimme im Mix deutlich weniger prominent herausgearbeitet wird als seine umso stärkeren Gitarrenkünste. Vermutlich würde „Through Zero“ auch als reines Instrumentalalbum hervorragend funktionieren, immerhin wirkt der Gesang aber nie störend oder fehl am Platz. Dies weckt Erinnerungen an Steven Wilson, dessen Storyteller-Vibe ebenfalls stärker von seinen technischen Limitationen profitiert als darunter zu leiden.

„Through Zero“ plätschert höchst angenehm dahin

Eine gewisse Gleichförmigkeit kann das Songmaterial indes nicht verleugnen. Ein knappe Stunde lang fließen die Stücke nahtlos ineinander und vereinigen sich zu einem höchst angenehm dahinplätschernden Gesamtwerk ohne klar erkennbare Höhen und Tiefen. So lässt sich „Through Zero“ immer wieder in Endlosschleife genießen, ohne sich jedoch längerfristig im musikalischen Gedächtnis zu verankern. Obwoihl ELDER somit ein gutklassiges Prog-Rock-Album gelungen ist, sind sie von einem echten Meisterwerk damit noch ziemlich weit entfernt.

19.06.2026
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