Enemy I - Anywhere But Here

Review

Ich habe mal den Spruch “Wo ‚all killers, no fillers‘ auf ein Album zutrifft, da ist ein Klassiker geboren“ gelesen. Das trifft auf die neue EP der Berliner Band ENEMY I zu.

Über knapp 25 Minuten und insgesamt fünf Songs wird feinster Dark Rock mit Industrial-Einschlag geboten. Das Tempo wird dabei selten angezogen. Lediglich der Opener “Automatic Shut-Off“ und das dritte Stück “Red-Head Bitch“ schlagen mit einem höheren Tempo und viel Power in eine andere Kerbe. Der Rest des Albums wird eher gemächlich präsentiert. Das ist auch gut so, denn es passt perfekt zum ruhigen, melancholischen Grundton der EP.

Die Musik, die man hier zu hören bekommt, wird auf einem derart hohen Niveau präsentiert, dass man nur staunen kann. Besonders die akustischen Stücke, wie zum Beispiel der letzte Song “Suffer From Love“, strahlen eine meditative Atmosphäre aus, die den Hörer fast in Trance versetzt. Das ist nicht zuletzt dem großartigen Gesang von Sänger Rob DeVille zu verdanken. Die Leistung, die er auf “Anywhere But Here“ volbringt, grenzt an Perfektion und kann getrost mit dem Wort “schön“ betitelt werden. Zumindest in den ruhigen Passagen, denn wenn ENEMY I mal einen Gang hochschalten, weiß auch Rob seine Stimme aggressiver einzusetzen.

Was die Band hier geschaffen hat, ist der schiere Wahnsinn. Besser kann man ein Debüt kaum präsentieren. Damit hat man sich die Messlatte selbst sehr hoch angesetzt und man kann gespannt sein, ob ENEMY I sich mit kommenden Veröffentlichungen selbst übertrumpfen können.

29.01.2015
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