Enisum - Autumn Embrace

Review

Der Titel von ENISUMs neuem Album „Autumn Embrace“ reiht sich nach dem letzten Langspieler „Forgotten Mountains“ nahtlos in die bisherige Diskographie der Italiener ein. Auch das Cover-Artwork, das mit goldenen Blättern und Bergen im Hintergrund stimmungsvoll anmutet, sollte das Herz eines jeden Herbstliebhabers höher schlagen lassen und unterstreicht die Stimmung des atmosphärischen Black Metals passend.

ENISUM warten auf den Herbst

„Autumn Embrace“ wird seinem Titel von Anfang an gerecht und beginnt und endet mit den Geräuschen von Regen und Wind. Dazwischen taucht das Album tief in die Melancholie ein und bietet den Hörer:innen viel Raum für Introspektive und Reflexion. Entsprechend ist das Album trotz einer ausgewogenen Mischung aus Screams und Klargesang insgesamt eher von ruhigen und introvertierten als von dynamischen, energetischen Passagen geprägt.

ENISUM geben sich und dem Album mit den ersten drei Songs Zeit, um die richtige Stimmung zu etablieren und fügen erst ab „Woods Of Lost Souls“ auf der zweiten Albumhälfte Klargesang hinzu. Dieser taucht für die verbleibenden vier Songs immer wieder auf und seine Zerbrechlichkeit und Verletzlichkeit wird vom selbstbewussten Instrumental und den nachdrücklichen Schreien stimmungsvoll kontrastiert.

Vor allem „Sweet Autumn Of Decadence” sticht mit seinem treibenden Rhythmus und dem gekonnten Zusammenspiel aus Klargesang und kalten Screams heraus, während „Miss You“ sich klanglich zwar auch gut einfügt, aber nicht ganz in die Aufreihung der naturbezogenen Songtitel passen will und die feine Grenze zum Kitsch, die ENISUM ansonsten sicher balancieren, stellenweise überschreitet.

„Autumn Embrace“ als bewusster Stillstand

Mit „Autumn Embrace“ gehen ENISUM in ihrer Entwicklung keine großen Schritte weiter, sondern verweilen erst einmal dort, wo sie angekommen sind. Diejenigen, die auf der Suche nach etwas Neuem und Aufregendem sind, können das neue Album getrost überspringen. Aber diejenigen, die mit ENISUM innehalten wollen und die seit dem Winter auf den nächsten Herbst warten, finden hier genau, was sie suchen.

27.03.2026

"Es ist gut, aber es gefällt mir nicht." - Johann Wolfgang von Goethe

Exit mobile version