Eye Of Melian - Forest Of Forgetting

Review

EYE OF MELIAN ist ein symphonisches Projekt, hinter dem keine Unbekannten stehen: Martijn Westerholt von DELAIN und Johanna Kurkela von AURI sind die treibenden Kräfte, ergänzt von Robin LaJoy und Mikko P. Mustonen. LaJoy fungiert als Texterin und Background-Sängerin, Mustonen unterstützt Westerholt an den Keys und bei den orchestralen Arrangements. Musikalisch handelt es sich nicht um eine Metalband. Ähnlich wie bei AURI dominieren neoklassische und folkige Soundlandschaften, getragen von Kurkelas sphärischer Stimme.

EYE OF MELIAN liefern den Soundtrack zu einem imaginären Film

Dass EYE OF MELIAN an einen Filmscore mit Gesang erinnern, überrascht nicht: Schon bei DELAIN hatten Westerholts Arrangements diesen Charakter – allerdings mit Metal-Fundament. Ohne harte Gitarren und Drums muss der orchestrale Part hier allein bestehen. Die Stücke klingen opulent und vielschichtig und machen deutlich, dass es sich nicht um entschlackte Metalsongs, sondern um eigenständige Kompositionen handelt.

Lässt man sich auf die Klangwelten ein, kann man die Augen schließen und einen eigenen Fantasyfilm im Kopf ablaufen lassen. Besonders gelungen sind die Momente, in denen NIGHTWISH- und AURI-Multiinstrumentalist Troy Donockley einsteigt – etwa in „Elixir Of Night“ und „Dawn Of Avatars“ – und die Kompositionen mit seinen charakteristischen Flötenklängen veredelt.

Auf Dauer wirkt „Forest Of Forgetting“ etwas gleichförmig. Die Kompositionen bewegen sich zwar auf gutem Niveau, doch es ist kein Album zum Nebenbeihören. Am besten setzt man Kopfhörer auf und blendet die Außenwelt aus, um die einzelnen Facetten zu entdecken. Auch ein Vergleich mit der beiliegenden Instrumentalversion ist lohnend, da die Musik ohne Gesang für sich steht. Zum Ende hin wird es noch einmal spannend – mit der in den EYE-OF-MELIAN-Sound verwandelten Version von BRUCE DICKINSONs Solohit „Tears Of The Dragon“.

„Forest Of Forgetting“ ist kein Album zum Vergessen

Mit ihrer zweiten Platte treten EYE OF MELIAN aus ihrem Kokon heraus. War das in Eigenregie veröffentlichte Debüt schnell vergessen, lädt „Forest Of Forgetting“ zum wiederholten Hören ein. Fans, die Symphonic auch ohne Metal schätzen, sollten dem Album ein Ohr leihen.

13.02.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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