Eye Of Purgatory - Darkborne
Review
Neues Jahr, neues Glück, neue Vorsätze. Irgendwie alles neu. Während Helmut in zwei Monaten nur noch die Hälfte wiegt und Sybille endlich nicht mehr qualmt, bleiben manche Dinge wohl immer gleich. So meldet sich zum Jahresbeginn zielsicher der schwedische Tausendsassa Rogga Johansson mit einem seiner unzählbaren Projekte. Die Reaktion auf das nächste Release ist, die Erwartung betreffend, folglich überschaubar, einfach weil der Schwede alles rauszuhauen scheint, was auch nur mittelmäßig vorzeigbar ist.
Prost Neujahr, Rogga!
Da war es eher dem Zufall geschuldet, dass die Vorab-Single „Formless Figures Dance“, gleichzeitig auch einer der stärksten Songs auf dem dritten Album „Darkborne“ von EYE OF PURGATORY, mit seinem vordergründig obskuren Keyboardeinsatz durchaus Interesse wecken konnte. Wie so oft, hat sich Johansson auch für dieses Projekt mit Bassist Jeramie Kling (u.a. OVERKILL) und Gitarrist, Drummer und Keyboarder Taylor Nordberg (u.a. DEICIDE) namhafte Unterstützung gesichert, die sich diesmal nicht dem mittelmäßigen Veröffentlichungsniveau des Chefs anpasst.
Tatsächlich liegt der Schlüssel zum Erfolg auf dieser Scheibe in dem aus der Zeit gefallenen Synthieeinsatz von Nordberg und den dazu passenden Arrangements zwischen markanten Melo-Death-Melodien und Italo-Obskuritäten. Natürlich gewinnt das Riffing aus Roggas unerschöpflichem Fundus keinen Innovationspreis und man hat bei endlos vielen Releases auch den Eindruck, alles schon einige Male gehört zu haben, doch ohne Zweifel macht „Darkborne“ Spaß. Auch wenn sich das Konzept mit der Zeit ein bisschen abnutzt.
Obskures Keyboardspiel im Vordergrund
Dennoch kann der melodische Death Metal irgendwo zwischen Stockholm und Göteborg, trotz Roggas eintöniger Röhre, deutlich mehr überzeugen als viele seiner anderen Bands. Manchmal könnten die Keyboardstrukturen durchaus auch auf neueren DARK TRANQUILLITY-Werken Anklang finden („Formless Figures Dance“, „When The Beacon Turns Black“), haben aber alles in allem einen deutlichen schrägeren Touch, sodass eine gewisse Morbidität stets vorherrschend ist. „Darkborne“ wird kein Genrehighlight werden, kann aber sicherlich den einen oder anderen Johansson-Verächter eines Besseren belehren. Oder eben Fans des emsigen Herren stützen.
Eye Of Purgatory - Darkborne
| Band | |
|---|---|
| Wertung | |
| User-Wertung | |
| Stile | Göteborg Death Metal, Melodic Death Metal, Stockholm Death Metal |
| Anzahl Songs | 9 |
| Spieldauer | 33:54 |
| Release | 13.02.2026 |
| Label | Apostasy Records |
| Trackliste | 01. The Darkborn (02:59) 02. When The Beacon Turns Black (03:58) 03. The Rotting Temple (03:47) 04. Bodyjumper (03:03) 05. The Slithering (03:44) 06. Unbound Flesh (04:03) 07. Formless Figures Dance (04:38) 08. The Best Of Them Bleed (03:58) 09. The Dark Departure (03:44) |
