Farewell To Arms - Waiting Till The Sky Falls

Review

Ich müsste hocherfreut sein, wenn eine Metalcore-Band sich doch mal was traut, anstatt mit ihrem 08/15 Brei meine Zeit zu stehlen. Selbst wenn es nur die Produktion ist, steht da immerhin Mut hinter, oder doch einfach zu wenig Kohle? Im Nachhinein bin ich mir auch nicht mehr sicher, denn FAREWELL TO ARMS beweisen, dass es auch ohne überfette Produktion noch mächtig Grund zum Nölen gibt, oder gerade deswegen!

Auf ihrer Debüt EP „Waiting Till The Sky Falls“ könnte man locker von einer guten Platte sprechen und auch davon, dass sich die Mannen Hang zur Abwechslung auf die Flagge schreiben können. Bezeichnend für die Scheibe sind die teils auch ungewohnte Wechselhaftigkeit zwischen melodischem Death Metal und fetten, typischen Gitarrenwänden und Breakdowns. Auch an den Vocals gibt es Nettes festzustellen, das Gebrüll und die Growls erklingen eigentlich ganz gut und auch die Clean-Vocals, naja, sagen wir, sie gehen in Ordnung (zum Glück hört man sie nur selten, dazu aber später mehr). Ansonsten gibt es feine Hooklines und auch die verabreichte Portion Thrash steht dem Quintett gut zu Gesicht. Die Welt könnte also komplett in Ordnung sein, nicht wahr? Weit gefehlt, denn es gibt etwas, dass mir den Genuss dieser wirklich ordentlichen Songs mächtig versaut. Die Produktion ist mies, das kann ich nicht anders sagen. Die Gitarren sind viel zu dünn, dass wirkt manchmal arg peinlich, wenn mal wieder eine erdrückende Wand aufgebaut wird und es dann klingt wie ein Baby-Furz. Auch die Drums fallen der Hülle zum Opfer und müssen viel zu saftlos im Hintergrund versuchen den Songs Tempo zu verabreichen und die Clean Vocals und der ein oder andere Chorus werden einfach so gut wie verschluckt, wie schade!

Denn ansonsten ist „Waiting Till The Sky Falls“ ein richtig gelungener Einstand für eine Combo, die viel mit Line Up Problemen zu kämpfen hatte und nun erst vier Jahre nach ihrer Gründung etwas handfestes zu Stande gebracht hat. Mein Tipp: FAREWELL TO ARMS lieber live besuchen, denn da krachen die Songs bestimmt mächtig. Die CD schafft es allerdings so nur ins Mittelfeld, schade für die Landsberger, aber da kommt bestimmt noch mehr – hoffentlich!

17.06.2010

Chefredakteur

Exit mobile version