Fili Bibiano's Fortress - Death Is Your Master
Review
FILI BIBIANO’S FORTRESS nennen ihr zweites Album „Death Is Your Master“. Adressaten des Titels sind vermutlich all die traurigen Gestalten und ihre „Musik“, die alles außerhalb des klassischen Metal und Hard Rock nicht ignorieren. Oder die in Betracht ziehen, dass 1989 nicht das letzte kulturell relevante Jahr gewesen sein könnte.
Mit anderen Worten: FILI BIBIANO’S FORTRESS, zuvor ohne Vornamen der Verwechslungsgefahr ausgesetzt, achten penibel darauf, in ihrer Festung unter sich zu bleiben. Schließlich haben sie sehr viel Zeit in die Inneneinrichtung investiert.
„Death Is Your Master“ bedient die Nostalgie im Thronsaal
Der notwendig strenge Einlass trägt entsprechende Früchte. Der neue Sänger Juan Aguila klingt zwar nicht exakt wie sein Vorgänger Chris Nuñez auf „Don’t Spare The Wicked“ (2021). Dafür aber ebenso nach einer Mischung aller drei HELLOWEEN-Mikro-Akrobaten oder Andre Matos von ANGRA. Beim „Ahahahaaa“ von „Fugitive“ erreicht er, wenngleich nicht so kraftvoll wie KING DIAMOND, gar solche Höhen, dass man hofft, die FORTRESS (s. Cover) möge keinen Kronleuchter aus Glas im Speisesaal haben. Oder zumindest eine gewissenhafte Helmausgabe für Gäste am Eingangstor, falls doch etwas beim Bankett bersten sollte.
Der Chef selbst ist passend dazu ein Oldschool-Shredder, wie er im Buche steht. Die Promotion hebt „klassizistische Läufe“ hervor. Allerdings schätzt Fili Bibiano weder den Song um seine Gitarre herum so gering wie YNGWIE MALMSTEEN es viel zu oft tut. Noch gniedelt er so bewusst überzeichnet wie die beiden lustigen Typen von DRAGONFORCE. Wer also den Rückspiegel abonniert hat oder auch nur Gelegenheitsleser oder -leserin ist, macht mit „Death Is Your Master“ nichts falsch. Die Kalifornier liefern eine gute halbe Stunde bester, innerhalb enger Koordinaten schlüssiger Nostalgie.
In FILI BIBIANO’S FORTRESS wird es die Grunge-Apokalypse nie gegeben haben
Im Rhythmusbereich kann zu den Genannten bisweilen RUNNING WILD addiert werden. An anderer Stelle ist es natürlich eher die NWOBHM, dann wieder sind es, so beispielsweise in „Night City“ inklusive Keyboards, hochmelodische Geografie-Gangs wie CHINA und härtere frühe EUROPE.
Der letzte Song „B.Y.O.D.“ hat schließlich eine harte (US-)Power-Metal-Kante inklusive vokalischer Schneidbrenner-Ansätze im Sinne von Warrel Dane oder einem imaginären kleinen Bruder David Waynes.
Die Zielgruppe holt also das Schweißband raus und begehrt Einlass in FILI BIBIANO’S FORTRESS. Dort wird es die Grunge-Apokalypse nie gegeben haben.
Fili Bibiano's Fortress - Death Is Your Master
| Band | |
|---|---|
| Wertung | |
| User-Wertung | |
| Stile | Hard Rock, Melodic Metal, NWoBHM |
| Anzahl Songs | 7 |
| Spieldauer | 34:22 |
| Release | 30.01.2026 |
| Label | High Roller Records |
| Trackliste | 1. Flesh And Dagger 2. Savage Sword 3. Fugitive 4. Night City 5. Blackest Night (Feat. Chris Nuñez) 6. Maze 7. B.Y.O.D. |
