Fimbultyr - Niddikter

Review

Melodic Viking Folk Black Metal nannte der Kollege die Musik von FIMBULTYR in seinem Review zu deren Debüt „Gryende Tidevarv“. Das klingt nach einem recht kruden Mischmasch, trifft es aber nach wie vor ziemlich gut. Denn die seit 2005 aktiven Schweden sind auch auf ihrem Zweitwerk „Niddikter“ sehr abwechslungsreich unterwegs. Die Jungs wechseln scheinbar mühelos innerhalb der Songs die Genres. Dabei wirkt das Ganze überhaupt nicht gekünstelt oder gestückelt, ganz im Gegenteil, der Spielfluss ist absolut vorhanden. Auch der Wechselgesang von Christofer und Jonas passt sich der jeweiligen Grundstimmung sehr gut an. Da merkt man schon, dass sich FIMBULTYR für ihren zweiten Streich stolze acht Jahre Zeit genommen haben. Alles ist wohl durchdacht und strukturiert, und die auf den ersten Blick etwas wild anmutende Mixtur weiß absolut zu überzeugen.

Wobei man sagen muss, dass die Band noch einen Tick stärker ist, wenn sie sich im Bereich Viking/Folk bewegt. Da erinnert man beispielsweise sehr angenehm an KAMPFAR oder BORKNAGAR. Die schwarzmetallischen Parts gehen eher in Richtung DIMMU BORGIR, sowohl was die Songideen an sich als auch das charakteristische Keyboardspiel betrifft. Auch da wissen FIMBULTYR durchaus zu gefallen, können aus der breiten Masse der Schwarze-Burg-Jünger aber nicht wirklich herausragen.

Im Großen und Ganzen ist „Niddikter“ ein absolut gelungenes Album von richtig guten Musikern, dem nur die ganz großen Momente leider etwas fehlen. Da vermisst man die wirklich besonderen Songs, die einen auch nach einigen Wochen oder Monaten immer mal wieder zu dieser Scheibe greifen lassen und die Band eine Stufe höher hieven würden. So wird das Werk wohl etwas in Vergessenheit geraten. Und das wäre schade, den FIMBULTYR sind definitiv auf dem richtigen Weg.

06.04.2016
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