Forsmán - Brenndar Rústir Og Fuðrandi Fjörur

Review

“Isländischen Black Metal in Reinkultur” nannte unser ehemaliger Kollege Robert Langgemach vor fünf Jahren die erste EP von FORSMÁN mit dem Titel “Dönsum I Logans Ljóma”. Typisch isländisch das nun erscheinende Debüt “Brenndar Rústir & Fuðrandi Fjörur” in jedem Fall auch. Es wagt zugleich oft genug den Blick über den Tellerrand, um in der beachtlichen Menge an Black-Metal-Veröffentlichungen von der Insel nicht unterzugehen.

FORSMÁN: Typischer Island-Sound und mehr

Gemeinhin assoziiert mit dem Black-Metal-Sound jenes Landes werden Dissonanzen, sperriges Songwriting und ein verwaschener Sound, wobei oft “Flesh Cathedral” von SVARTIDAUĐI als Inbegriff dieser Spielart gilt. Stilistisch hat sich bei FORSMÁN seit der EP gar nicht so viel geändert. Weiterhin erinnert das Gesamtbild an einen schäumenden Mahlstrom. Im Gegensatz zu einigen schwarzmetallischen Landsleuten scheinen jedoch immer wieder epischere Melodien, post-ige Klangflächen und sogar Death-Metal-Einflüsse zwischen GORGUTS und PORTAL durch.

Somit ist “Brenndar Rústir & Fuðrandi Fjörur” vor allem ein sehr forderndes und komplexes Album. Kaum ein Song gleicht dem anderen; die Isländer agieren äußerst abwechslungsreich. Dennoch benötigt man Zeit, um sich die Platte zu erarbeiten. Dann belohnt sie einen aber vielfach. Ob mit abgefahrenen instrumentalen Figuren wie im Opener “Drottin Fyrirgefur Allt” und im angriffslustigen Doppel “Kynjamyndir”/“Lof Mér Líf Þitt Að Taka” oder die großen Spannungsbögen des getragenen Album-Highlight “Svartir Svanir” – grundsätzlich haben FORSMÁN in jeden Song viel Brainpower und Kreativität einfließen lassen. Die Produktion bildet die Dynamik der Kompositionen nicht immer vollständig ab, passt aber grundsätzlich gut zum Album.

“Brenndar Rústir & Fuðrandi Fjörur” schafft sich seine Nische

Obwohl FORSMÁN sich klar erkennbar zwischen SVARTIDAUĐI und MISÞYRMING einsortieren lassen, bereichern sie die isländische und die globale Black-Metal-Szene durch mehr als nur ein paar eigenständige Momente. Klar, das ist kein Black Metal für zwischendurch. Vielmehr ist “Brenndar Rústir & Fuðrandi Fjörur” ein Gesamtkunstwerk für die Ewigkeit, denn es dürfte eine Langzeitwirkung entfalten, über die man aufgrund der hohen Originalität noch in einigen Jahren sprechen wird. Ein künftiger Klassiker? Mit großer Wahrscheinlichkeit.

22.06.2026

Redakteur

Exit mobile version