Funeral Pile - Summoning

Review

FUNERAL PILE sind eine fünfköpfige Black-Metal-Band aus Oberbayern, die zumindest im südlichen Teil Deutschlands schon einen gewissen Bekanntheitsgrad erringen konnten. Immerhin teilte die Truppe bereits mit POSSESSED und 1914 die Bühne und war unter anderem auch auf dem „Dark Easter Metal Meeting“ vertreten. Mit „Summoning“ liefern FUNERAL PILE jetzt ihr zweites Album nach „Evoked In Flames“ (2021), das bereits sehr wohlwollend von der hiesigen Szene aufgenommen wurde.

Tiefschwarzes, doomiges Todesblei auf „Summoning“

Mit dem Intro „Cataclysm“ verbreitet die Band schon einmal eine schaurige Black-Metal-Atmosphäre, bevor „Summoning“ mit „Hope Is A Lie“ so richtig beginnt. Von allzu abgetragenen Subgenre-Klischees befreien sich die Bayern schnell zugunsten heruntergefahrener Doom-Parts, einem oft Death-Metal-angehauchten Growling und extrem weitgreifender Melodiebögen.

Es ist kein Zufall, dass Bassist Martin Schirmann bei den Kollegen von WALDGEFLÜSTER die Saiten zupft. Nicht nur die regionale Nähe ist spürbar. Textlich haben FUNERAL PILE einen Hang zur Dramatik. „The Ghost Of Orion“ und „Chimera“ beispielsweise greifen die Griechische Mythologie auf, „The Mill“ ist beeinflusst von Ottfried Preußlers „Krabat“ und „Mountains Of Madness“ ist von H. P. Lovecraft inspiriert.

FUNERAL PILE als Dichter und Denker

Ein Blick aufs Textblatt lohnt sich also allemal. Insgesamt stellt sich beim Hören von „Summoning“ eine fluffige und gleichzeitig eiskalte Atmosphäre ein, die beim CD-Bonustrack „Unendurable“ pfeilgerade auf PARADISE-LOST-Kurs geht. Später setzen zur Albummitte dann mal Blast Beats ein und spätestens jetzt müssen wir über den negativen Teil von „Summoning“ sprechen.

Seit dem Weggang von Schlagzeugerin Alina Kuzmenko müssen FUNERAL PILE diesen Part überbrücken und haben sich für die aktuelle Platte dazu entschieden, den Angelo-Sasso-Move zu vollziehen und haben die Drums programmiert. Mit dem ersten Bass-Kick ist das leider nicht zu überhören und setzt sich über die ansonsten extrem organisch klingenden Instrumente hinweg. Das verdirbt den Hörgenuss ein wenig und die durchaus dynamisch inszenierten Arrangements können nur halbherzigen Trost spenden.

Ein Schritt in die falsche Richtung?

Der Platte als Gesamtwerk, in all ihrer Ästhetik hätte es gutgetan, wenn die Band bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung mehr Geduld bewiesen und „Summoning“ mit einem echten Drum-Set eingespielt hätten. Insgesamt besitzt das Album aber noch so viel musikalische Finesse und interessante, dichte Atmosphäre, dass man über diesen Fauxpas zwar stolpert, gleichzeitig der Band aber auf jeden Fall eine Chance geben sollte.

03.03.2026

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