Hexer - A Black Flame In Cosmic Void

Review

Als kleines Lebenszeichen aus dem Ruhrpott schicken die Sludge-Doomer von HEXER mit „A Black Flame In Cosmic Void“ eine EP durch den Äther. Immerhin drei Jahre sind seit Album Nummer 3 „Abyssal“ vergangen, doch wer sich mit dem Duo eingehender beschäftigt weiß, dass die Musiker alles andere als lethargische Burschen sind. Gitarrist und Sänger Marvin Giehr betätigt sich beispielsweise ebenfalls bei den Black Metallern von IMHA TARIKAT und ist schon alleine deshalb ein vielsbeschäftigter Mann.

HEXER bezaubern mit Atmosphäre und Leidenschaft

Doch zurück zum Thema. In gewohnter Weise vereinen HEXER auf dem Opener „Torch Head“ Pissigkeit aus dem Sludge und weitgestrickte Elemente aus dem Black Metal. Allzu klare Reminiszensen lassen sich natürlich nicht vermeiden, auch wenn die Band uns mit dem folgenden Titeltrack einen ordentlich Death-Metal-lastigen Hassbatzen gegen den Unterkiefer schmettert. Von schweren Gitarren getragen, flirrt der Song aber im ordentlichen Tempo durch die Boxen, verliert sich im Mittelteil in einem überragenden Stoner-Stampfer und kehrt mit einem treibenden Schlagzeugarrangement zurück an den Anfang.

„A Black Flame In Cosmic Void“ macht Lust und Laune

Es wird weiter gebrüllt und ge“Ugh“t was das Zeug hält, sodass die reinste Freude aufkommt. Das ist ein erstaunlicher Kunstgriff, denn fröhlich ist diese Musik mitnichten. Der Flanger wird beim finalen „Horizontal Heavy Rain“ voll aufgedreht und was folgt, ist der Song, der wohl am ehesten in die Schublade Sludge passen mag. Das Finish ist indes höllisch und kratzt an den Nerven, womit wir beim Blick in den Spiegel endlich eine schlechtgelaunte Visage erblicken. Also alles richtig gemacht. Zwischendurch erklingen die Fanfaren aus der Hölle. Die Folge: Stimmungsvolles Unwohlsein.

Natürlich dürfen sich Fans von MANTAR und BÖLZER über „A Black Flame In Cosmic Void“ hermachen, aber auch Death- und Black Metaller:innen können gut und gerne ein Ohr riskieren. Auch ein HEXER-Konzert lohnt sich, denn die Band bringt ihre Musik von der Rille direkt auf die Bühne und umgekehrt. Das schaffen nicht viele.

08.11.2026

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