Horskh - MTNT

Review

HORSKH packen gerne widerliche und/oder verstörende Gesichter auf ihre Albumcover. Schon das vor zwei Jahren erschienene „Body“ hat ein entsprechendes Cover, doch mit „MTNT“ entfernen sie sich endgültig von allem guten Geschmack. Die Franzosen reiten auf einer Industrial-Welle, die irgendwo zwischen NINE INCH NAILS und CARPENTER BRUT liegt. Auch ein wenig WEDNESDAY 13 und DOPE STARS INC. haben sie eingestreut. Hoffen wir, dass die Platte besser ist als ihr Äußeres.

HORSKH – Der Soundtrack zu „Cyberpunk 2077“

Auf „MTNT“ zelebrieren HORSKH einen Sound, der gut in CD Projekt Reds Ausnahme-Rollenspiel gepasst hätte. Die elektronisch-metallischen Klänge würden sich gut zu einer Verfolgungsjagd oder einer verrauchten Disko in Night City eignen. Passend zum Zeitgeist verstecken sich kleinere Metalcore-Anleihen wie Breakdowns im Industrial-Gewand, doch insgesamt ist die Soundkulisse sehr kalt und futuristisch.

Dennoch bleibt von den neun Stücken nicht viel hängen. Es ist größtenteils nett gemachter Elektro-Industrial, der sich für die oben genannten Situationen oder zum Tanzen nachts um drei im Hangar des M’Era Luna eignet. Zudem ist die Platte mit nicht einmal 30 Minuten sehr kurz, wodurch der Eindruck entsteht, dass die Songs ohnehin größtenteils in Playlists landen. Mit „The Party Is Over“ findet sich auf „MTNT“ ein Totalausfall, der irgendwo zwischen Trap und Electronic liegt. Das Feature mit CARPENTER BRUT am Ende ist ebenfalls ganz nett.

Was will „MTNT“?

Mit ihrem neuen Album veröffentlichen HORSKH eine Platte, die wenig nachhallt. Alles ist sauber produziert und einzelne Stücke eignen sich gut zum Abgehen. Insgesamt ist das Album aber nichts, was man sich zwingend ins Regal stellen muss. So bleibt eine Scheibe zurück, die ziemlich genau dem Durchschnitt entspricht. Wer mit den genannten Bands etwas anfangen kann, darf trotzdem ein Ohr riskieren.

25.10.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

Exit mobile version