In Cold Eternity - Dagon's Call

Review

Nach dem Demo „In Cold Eternity“ aus dem Jahre 2002 erscheint nun 2007 die mit sieben Stücke bestückte EP „Dagon’s Call“, auf welcher sich die jungen Abenteurer auf den Spuren von Horror-Altmeister Lovecraft befinden.
Angesichts der Tatsache, dass bereits etliche Bands versucht haben die monsterverseuchten Gruselgeschichten Lovecrafts musikalisch umzusetzen, begibt sich das Quartett dabei in ein stark befahrenes Fahrwasser und muss sich dort erst mal beweisen.

Musikalisch pendeln IN COLD ETERNITY stets zwischen brachialem Death und garstigem Black Metal und bedienen sich zudem mitunter melodischer Versatzstücke. Gesanglich orientiert man sich eher an schwarzmetallischem Gekeife, die Riffs hingegen orientieren sich eher am gut geölten Todesstahl der etwas vertrackteren Sorte. Stellenweise meint man einen gewissen OPETH-Einfluss auszumachen, was sich sowohl im majestätischen Riffing, als auch in den abgefahrenen Zwischenparts widerspiegelt. Solch ein vielseitiges Vorbild sinnvoll innerhalb der eigenen Musik zu verarbeiten ist nicht gerade leicht, gelingt in diesem Fall aber noch recht gut, da darauf vermutlich das angenehm variierende Spiel mit Geschwindigkeit und Rhythmik zurückzuführen ist. Handwerklich gehen die Jungs zudem auch noch äußerst versiert ans Werk, auch wenn leider der ein oder andere Kunstgriff im etwas dünnen Sound gelegentlich untergeht. Jedoch sind die künstlerisch hochwertigeren Ansätze durchaus noch zu erkennen und dabei glänzt vor allem das zum Teil recht abgefahrene Schlagzeugspiel.
Die Stücke wurden zudem aus den Jahren 2002 bis 2006 bunt zusammengewürfelt, wodurch sich stilistisch im Prinzip zwar keine großen Kluften auftun, was möglicherweise aber der Grund dafür ist, dass einem das nette Scheibchen nicht so ganz als harmonisches Ganzes erscheinen mag. Schade eigentlich, denn die einzelnen Stücke haben durchaus ihren Reiz und auch wenn der Gesang insgesamt etwas abwechslungsreicher sein könnte, bleibt „Dagon’s Call“ doch bis zum Ende recht interessant.

Inwieweit sich das Lovecraft-Konzept nun durch die gesamte CD zieht und ob es darüber hinaus gut umgesetzt ist entzieht sich leider meiner Kenntnis, da nur einer der Texte abgedruckt ist. Klar ist jedoch, dass IN COLD ETERNITY sicherlich auch ohne ein solches Konzept musikalisch interessant genug sind um sich mit ihnen zu beschäftigen, auch wenn vielleicht nicht ganz so viel schleimiges Zeug von ihnen herunter tropft, wie es bei einem Lovecraft-Monster vermutlich der Fall wäre.

14.03.2007
Exit mobile version