In Demise - Conjuring Dystopia

Review

Die Berliner IN DEMISE veröffentlichten bereits im Oktober des vergangenen Jahres die vorliegende Vier-Track-EP. Die Musik lässt sich eindeutig im Bereich Technical-Death-Metal verorten. Dieses Genre scheint regelrecht zu explodieren, wenn man bedenkt wie unglaublich viele Bands sich in der Szene derzeit tummeln. Insofern darf man gespannt sein, ob “Conjuring Dystopia” in Erinnerung bleiben oder im Strudel der Massen untergehen wird.

IN DEMISE: Langeweile oder Innovation?

Zunächst einmal beginnt der Titeltrack überraschend schleppend, ja beinahe doomig. Das ändert sich aber schon nach kurzem Vorgeplänkel, denn bald werden die mit Stahlkappen versehenen Boots geschnürt und dem Circle-Pit gefrönt. Es wird auf “wahnsinnige Geschwindigkeit” gekuppelt und auf unerwartete Stopps gesetzt. Extrem viel passiert in extrem vielen Takten. Wenn man gerade die ersten Akkorde auf der Gitarre erlernt hat, fällt man schnell vom Glauben ab. Es ist natürlich sehr beeindruckend, wie viele Kombinationen sich auf diesem Instrument zu einem Song verarbeiten lassen.

Support The Underground

Die Spielfreude und das dazugehörige Know-How aller Bandmitglieder übertreffen das herkömmliche Newcomer-Niveau also. Das Quäntchen Eigensinn fehlt aber noch. Realistisch gesehen, kann man dem Anspruch auf Wiedererkennungswert bei dieser  Musik natürlich kaum gerecht werden. Die sehr verkopften Strukturen, der Sound und nicht zuletzt der Gesang gehen aber als astreine SUFFOCATION-Blaupause durch.

“Conjuring Dystopia” und die Evolution der Stimme

Dabei könnte gerade hier der Schlüssel zur Innovation liegen. Wie schon in der Rezension zu “Adapting To Disorder” vermerkt, ist der sehr eintönige Gesang die Achillessehne der Band. Nicht das dieser schlecht wäre. Aber ein Scream hier, eine etwas höhere Tonlage da, vielleicht mal ein paar Gang-Shouts und schon wäre ein Weg aus dem Genre-Labyrinth in Sicht. Beim sehr ausgewogenen Mastering ist man insgesamt auf jedes Instrument eingegangen, die Politur klingt damit edel und professionell.

Wer sich für brutalen Death-Metal mit überbordender Technik und kraftvollen Arrangements begeistern kann, sollte dem Werk seine Aufmerksamkeit auf jeden Fall schenken.

22.01.2021

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