In Human Form - Opening Of The Eye By The Death Of I

Review

Ist das Kunst?

Salz und Zucker passen nicht zusammen. Genauso merkwürdig vermutet man eine musikalische Paarung aus Progressive Black Metal und Jazz. IN HUMAN FORM haben sich auf ihrem aktuellen Album „Opening Of The Eye By The Death Of I“ dieser Kombination verschrieben und liefern ein spezielles Album, bei dem sich die liebevoll-neckische Frage stellt: „Ist das Kunst?“. Rauer, heiserer Kreisch-Gesang trifft auf klassische Metal-Instrumentationen und lebt sich in Songs aus, die in ihrer Länge von 0:53 bis 16:11 Minuten stark variieren.
Mit „Opening Of The Eye By The Death Of I“ halten IN HUMAN FORMS sowohl textlichen Tiefgang als auch reine Instrumentalstücke bereit. Dass man es inhaltlich mit Leben, Tod und Weltschmerz zu tun hat, macht nicht nur das Coverartwork, sondern auch der inhaltliche Aufbau der Songs klar. Mal zornentbrannt, mal melancholisch-resignierend bäumen sich Vocals und Instrumente dramatisch auf.

Und täglich lacht bei IN HUMAN FORM der hämische Clown

Man will und kann dem Trio wirklich nicht vorwerfen, sich keine Mühe gegeben zu haben, aber für den klassischen Bilderbuch-Metalhead dürfte diese Hörerfahrung erheblich von bisher gegangenen Pfaden abweichen. Nicht nur IN HUMAN FORM-Frontmann Patrick Dupras schwankt mit seiner Stimme zwischen sirenenartigem Heulen, hämischem Clownslachen und heiserem Hintergrund-Schreien, auch die Instrumente wollen sich nicht recht entscheiden, welches Tempo eingehalten wird. War die Stimmung eben noch düster-schleichend, so gewinnt das Schlagzeug auf „Opening Of The Eye By The Death Of I“ plötzlich wieder an Bedeutung und scheucht die Band durch den Song.

Sicherlich ungewohnt, aber auch spannend schlägt IN HUMAN FORM mit „Opening Of The Eye By The Death Of I“ hier auf; das dürfte Meinungen spalten und Neugierigen eine knappe Stunde Interessantes bieten.

11.08.2017
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