Invoid - Sick Creature Domination

Review

Wie war das noch? Nomen est omen. Wenn’s danach ginge, würden INVOID, frei übersetzt, sich in der Leere befinden oder zumindest draufzusteuern. Zählt man noch den Punkt dazu (nein, es ist wirklich kein Tippfehler) und beachtet zugleich die Gesetze der deutschen Interpunktion, so könnte man zu dem Schluss kommen, Invoid.´s musikalische Mitteilung wäre so aufregend wie ein stinknormal formulierter Aussagesatz. Ganz so falsch liegt man damit nicht, denn „Sick Creature Domination“ bietet viel altbekannte Grammatik, verpackt in die nicht allzu häufige, eigens gewählte Genrebezeichnung Deathcore.
Das mittlerweile zweite Machwerk wurde komplett in Eigenregie zusammengezimmert und so gibts keine aufpolierten Gitarren oder wuchtigen Basswände, sondern pure Undergroundrauheit. Obwohl dies zugegebener Maßen der Scheibe einen eigenen Charakter verleiht, muss jener in Punkto Songwriting relativiert werden. Allzugroße Neuigkeiten dürfen hier nicht erwartet werden, vielmehr wird mit altbekannten Zutaten des Todesbleis hantiert, wobei schließlich eine Mischung aus midtempolastigen, mit einigen Blastbeats versetzten, schnickschnack- wie reichlich melodielosen 3-5 Minuten Straighthead-Tracks serviert wird. Emotionslos auch die Vocals, die irgendwo zwischen Black Death und Grindcore anzusiedeln sind aber keine wirkliche Stimmung aufkommen lassen. Nicht alltäglich, und daher sehr erfreulich, dagegen sind der Einsatz des Drummers als Backing Vocalist und eine starke Präsenz des Tieftöners, der hier endlich mal nicht nur die Rolle eines Begleitinstrumentes einnimmt.
Für Puristen ist „Sick Creature Domination“ sicherlich keine komplette Fehlinvestition, wirklich aufregend ist aber was anderes. Vielleicht sollten die Jungs doch mal über einen neuen Namen nachdenken. Oder zumindest aus dem Punkt ein Ausrufezeichen machen.

18.07.2004
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